Stadteile
Baubiologe warnt vor möglichen Gesundheitsrisiken durch Internet-Funk

Der ganze Saal war sich einig. Das schnelle Internet sollte via Kabel in die Memminger Stadtteile kommen. Eine von der Stadt geplante Funklösung lehnten die rund 70 Besucher einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative 'Breitband Memmingen' in Eisenburg ab.

In der lebhaften Diskussion wurde kritisiert, dass die Stadt sich nicht die Mühe gemacht habe, eine zukunftsfähige Internet-Lösung für die Stadtteile zu suchen. Funk, so der Tenor, sei nur als Übergangstechnik zu sehen. "Wir hinken als fünftes Rad am Wagen immer hinterher";, beklagte ein Besucher die Situation in Eisenburg.

'Es geht doch nicht um eine Billiglösung, sondern um eine Zukunftslösung', hieß es. Die Stadt hat, wie berichtet, auf Beschluss des Stadtrats bereits einen Vertrag mit Allgäu-DSL geschlossen. Die Firma bietet an, für die Kommune kostenfrei schnelles Internet über Richtfunk in den Stadtteilen auszubauen.

Allerdings hat sich bei der jüngsten Bürgerversammlung in der Memminger Kernstadt die Mehrheit der Bürger für eine erneute Auseinandersetzung mit dem Thema im Stadtrat ausgesprochen. Nun muss sich das Gremium noch einmal am 3. November damit beschäftigen und könnte theoretisch den geschlossenen Vertrag kippen.

Bei der jetzigen Veranstaltung in Eisenburg fragte ÖDP-Stadtrat Professor Dr. Dieter Buchberger nach Interessenten, die bereit wären, in eine von der ÖDP und den Grünen beantragte Gesellschaft zur Förderung der Glasfaser-Lösung zu investieren.

An die 20 Besucher bekundeten ihr Interesse. Ende Oktober, informierte Buchberger, laufe die Frist für Förderanträge beim Freistaat zum Breitbandausbau aus, und der Stadtrat werde sich erst wieder am 3. November mit dem Thema beschäftigen.

'Der Förderantrag ist gelaufen', zeigte sich Heike Essmann von der Bürgerinitiative überzeugt. 'Jetzt ist es Verhandlungssache.' Verhandeln sollte die Stadt mit Anbietern einer Kabellösung. Etwa nach dem Kemptener Modell. Dort habe die Stadt einen Vertrag mit der Telekom und suche nun nach einer bestimmten Anzahl von Nutzern.

Auch das Modell der Gemeinde Lachen wurde von den Besuchern positiv gesehen. Dort werde das schnelle Internet per Richtfunk von Benningen nach Lachen geholt und gehe dann über bereits vorhandene Kupferkabel in die einzelnen Haushalte. Für den Benutzer bliebe alles beim Alten und es bestehe weiterhin die Möglichkeit, zwischen mehreren Anbietern zu wählen, nannten Besucher als Vorteile dieser Variante.

Auch Baubiologe Karlheinz Müller aus Erkheim wertete es positiv, dass bei dieser Lösung nicht an jedem Privathaushalt eine Sendeanlage installiert werden müsste. In einem Vortrag sprach Müller über mögliche Gesundheitsschäden durch Funk. Er plädierte für eine Minimierung von Hochfrequenzsendern. Die Weltgesundheitsorganisation habe im Frühjahr 2011 die gepulste Hochfrequenz in die Kategorie 'möglicherweise krebserregend' eingestuft.

Eine Kommune sollte bei allen Wegebau- und Kanalarbeiten Leerrohre verlegen für eine spätere Glasfaserbelegung, forderte der Baubiologe und betonte: 'Der künftige Breitbandbedarf, der kommuniziert wird, funktioniert nur mit Glasfaser.'

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