Preisvergabe
Baschtlehaus erhält Förderpreis der Bayerischen Volksstiftung

«Einzigartig» und «Alleinstellungsmerkmal», davon war oft die Rede beim Festakt im Mittelschwäbischen Heimatmuseum Krumbach. Dort nahm Heinrich Maul für das Hirten- und Heimatmuseum im Baschtlehaus Ebenhofen den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis der Bayerischen Volksstiftung entgegen. Eine Ausstellung über das harte Leben der Gemeindehirten gebe es nirgends sonst, erklärte Dr. Martha Schad in ihrer Laudatio auf den Preisträger. Die Lebensbedingungen der Hirten, ihre rechtliche und soziale Stellung führe das Museum mit wenigen Objekten, Texten, Schautafeln und Symbolen ausdrucksstark und eindringlich vor Augen. Wegen seiner gelungenen Präsentation und einzigartigen Aussage habe sich das Museum mittlerweile auch zu einem Anziehungspunkt für Touristen entwickelt.

Spannende Puzzlearbeit

Richtig gepackt habe das Hirtenthema ihn und seine Mitstreiter, erzählte Heinrich Maul nach der Preisverleihung. Aber von den ersten Spuren bis zu einer museumsreifen Sammlung von Exponaten sei es ein langer und beschwerlicher Weg gewesen. In den großen bayerischen Archiven habe sich kein Material zum Thema Hirten auffinden lassen. In Memmingen, in Kaufbeuren, in Innsbruck sei man schließlich fündig geworden, doch nun erst habe die mühselige, aber spannende Puzzlearbeit begonnen.

Ein wichtiges Anliegen sei es ihm geworden, das Leben der Hirten darzustellen, das ausgesprochen karg gewesen sei.

Die Hirten hätten seinerzeit in der gesellschaftlichen Rangordnung ganz unten gestanden, weit noch unter den Bauern, etwa auf einer Stufe mit den Schindern und Abdeckern. Diesen Habenichtsen und Außenseitern nachträglich eine feste Bleibe in einem Heimatmuseum zu verschaffen zähle zu den wichtigsten Motiven der Museumsarbeit im Baschtlehaus.

Museumsarbeit sei ungemein fruchtbar, gelte aber kaum als preiswürdig, sagte Prof. Dr. Hans Frei, ehemaliger Leiter des Volkskundemuseums Oberschönenfeld. Von den rund 600 Preisen, die jährlich in Bayern für kulturelle Leistungen vergeben würden, bezögen sich lediglich zwei auf die Museumsarbeit. Altbezirkstagspräsident Dr.

Georg Simnacher brach beim Festakt zur Verleihung des Schwäbischen Museumspreises und des Förderpreises der bayerischen Volksstiftung eine Lanze für die Kulturförderung.

Beitrag zur Identitätsfindung

Bayern sei verfassungsmäßig als Kulturstaat und als Sozialstaat angelegt. Die finanzielle Förderung kultureller Aufgaben sei demnach keine freiwillige Leistung, sondern eine Pflichtaufgabe mit Verfassungsrang. Gerade angesichts der Globalisierung komme der heimatlichen Kulturpflege eine herausragende Bedeutung zu, finde doch der Bürger hier seine Identität.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen