Kriminalität
Bankraub a la carte in Börwang: 50 Konten geplündert

Als die Täter zuschlugen, waren die Kontobesitzer völlig ahnungslos. Es war Wochenende – und so bemerkten die Opfer nicht, wie vom Ausland aus Zug um Zug ihre Konten leer geräumt wurden. Zu Wochenbeginn dann der Schock: Teilweise standen auf einmal 2000 Euro Miese, wo zuvor ein sattes Guthaben gewesen war. Was war geschehen? Ein Unbekannter hatte Ende Oktober – zunächst unbemerkt – einen Bankautomaten in Börwang manipuliert und die Daten der Kunden ausgelesen.

Am vergangenen Wochenende nun wurden die Daten genutzt und die Konten von schätzungsweise bis zu 50 Kunden geplündert, berichtet die betroffene Bank. Die einzig gute Nachricht für die Opfer: Sie werden laut dem Kreditinstitut nicht auf dem Schaden sitzen bleiben, sondern bekommen ihn ersetzt.

'Momentan sollten Bankkunden auf der Hut sein', warnt Dieter Thomalla von der Kemptener Kripo. Denn es könne zu weiteren Fällen kommen. Was man über den Betrug am Geldautomaten (auch Skimming genannt) wissen sollte und wie sich Verbraucher schützen können – eine Übersicht:

Wie ging der Täter in Börwang vor? Der Unbekannte betrat am Samstag, 29. Oktober, um 7.26 Uhr die Bank. Dort klebte er zwei Aufsätze an den Automaten: einen an den Kartenschlitz und einen auf der Tastatur. Dadurch, so berichtet die Bank, wurden zum einen beim Hineinschieben die Magnetstreifen der EC-Karten ausgelesen, als auch die Geheimnummern registriert. Noch am selben Abend nahm der Täter die Aufsätze wieder ab. Die Daten übersandte er vermutlich via Internet zu Komplizen ins Ausland. Diese spielten die Daten auf Blankokarten und nutzen sie zum Geldabheben.

Wie häufig sind solche Fälle? Laut Thomalla treten immer wieder Betrugswellen auf – erst vor einigen Tagen wurde ein Bankautomat in Friesenried (Ostallgäu) manipuliert. Es sei nicht auszuschließen, dass die Fälle zusammengehören und dass es weitere geben werde.

Welche Automaten sind besonders gefährdet? Darauf gibt es laut Kripo keine eindeutige Antwort – betroffen sein könnten sowohl kleine Dorfbanken als auch belebte Stadtfilialen.

Wie hoch sind die Chancen, die Täter zu schnappen? 'Gar nicht mal so schlecht', sagt Thomalla. 2009 beispielsweise flog durch Kemptener Ermittlungen ein bundesweit aktiver Automaten-Betrügerring auf.

Wie Sie sich vor dem so genannten "Skimming" schützen können, erfahren Sie hier.

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