Anklage
Bande stiehlt teure Autos, um sie nach Polen zu schaffen

Wegen schweren Bandendiebstahls müssen sich seit gestern fünf Männer vor dem Landgericht Kempten verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den aus Polen stammenden Angeklagten vor, im Sommer des vergangenen Jahres Luxuskarossen eines Kemptener Autohauses gestohlen zu haben, um sie anschließend in ihr Heimatland zu schaffen.

Laut Anklage soll einer der Angeklagten im August 2010 mit mindestens drei Mittätern in das Kemptener Autohaus eingebrochen sein. Aus dem Nachtbriefkasten entwendeten sie mehrere Autoschlüssel. Mit den vier dazugehörigen Fahrzeugen fuhren die Täter zunächst über die A7 zu einem Industriegebiet bei Langenau (Alb-Donau-Kreis), wo sie die Autos vorübergehend abstellten.

In Ostdeutschland festgenommen

Einen Tag später reisten vier der jetzt in Kempten Angeklagten dorthin, um die Fahrzeuge zu übernehmen und nach Polen zu bringen. Im Konvoi fuhren die Männer über die A7 und A9 Richtung Norden. Bis zur polnischen Grenze schaffte es die Bande nicht: Die Täter wurden in Ostdeutschland - teilweise nach Fluchtversuchen - von der Polizei festgenommen.

Zu den Tatvorwürfen machten die Angeklagten vor Gericht keine Angaben. Einer der Männer, der zur Tatzeit gerade 19 Jahre alt war, hatte jedoch in der Untersuchungshaft mit einer Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe gesprochen. Die Frau wurde vom Gericht über diese Unterhaltung befragt: «Der zentrale Punkt des Gesprächs war immer das Geld», erinnerte sich die Frau.

Zwar habe der Angeklagte in Polen keine Schulden gehabt, aber er habe sich immer ein «gutes Leben mit einem Haus» gewünscht, berichtete die Jugendgerichtshelferin. In Polen sei es jedoch schwierig, einen gut bezahlten Job zu bekommen. In dieser Phase habe er dann das Angebot erhalten, für 500 Euro ein Auto von Deutschland nach Polen zu transportieren. Weil das nach Ansicht des Angeklagten «leicht verdientes Geld» gewesen sei, habe er zugesagt.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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