Ebratshofen
Bananen aus Ebratshofen

3Bilder

Am Samstag und Sonntag war Ebratshofen stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten: Es gab kein Hinein und kein Heraus. Für den Allgäu-Triathlon und die Triathlon-WM wurde die Staatsstraße gesperrt. Doch erlebten die Ebratshofener nicht nur schnelle Radfahrer, sondern wurden selbst Teil der Mammut-Veranstaltung, da hier gleich zwei Verpflegungsstationen auf die Sportler warteten. Die Ski-Abteilung des SV Maierhöfen-Grünenbach hatte die Organisation übernommen und Vorstandsmitglied Martina Eugler-Poschenrieder ein Helferteam zusammengestellt: «Die Resonanz war riesig.»

Bei strahlendem Sonnenschein war die Stimmung schon am Samstagmorgen bestens. Vom Veranstalter war das Material zur Verfügung gestellt worden. Ab 7 Uhr morgens hieß es, die Getränke zu richten und die Bananen portionsgerecht zu schneiden. Mehr und mehr beherrschten die Helfer die Ortsmitte - 140 waren an beiden Tagen im Einsatz. Hinzu kamen Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr.

Dann begann das Warten. Und als am Samstag um 9.26 Uhr endlich die erste Athletin durch Ebratshofen rollte, da verschmähte sie alles, was ihr vom Straßenrand gereicht wurde. In vorher festgelegter Reihenfolge waren das Wasser, ein Iso-Getränk, Bananenstücke und ein Sportler-Gel.

Mancher Helfer realisierte jetzt erst, mit welcher Geschwindigkeit die Sportler durch den Ort radelten - und dass ein kleiner Spurt notwendig war, um Getränkeflaschen oder Bananenstücke übergeben zu können. «Wir hatten diesbezüglich noch keine Erfahrungen. Beim Eistobellauf sind ja nur Läufer unterwegs und die sind langsamer», so Eugler-Poschenrieder. Doch schnell spielten sich alle Handgriffe ein. Im Hintergrund wurden Flaschen eingesammelt und Bananen geschnitten, direkt am Straßenrand hieß es schnell und zugleich vorsichtig zu agieren. Denn aus Missen kam die Kunde von zwei schweren Unfällen im Bereich der dortigen Verpflegungsstation. «Insbesondere auf die Kinder haben wir ein besonderes Auge», so ein Polizeibeamter vor Ort.

Ganz unterschiedlich reagierten die Sportler auf das Versorgungsangebot: Mancher radelte stur vor sich hin. Andere signalisierten mit Gesten oder Worten, was sie wollten. Manch einer schüttelte auch nur den Kopf. Naturgemäß hatten es die Spitzenathleten besonders eilig. Insbesondere am Samstag waren aber auch Sportler am Start, die für eine Banane oder ein frisches Wasser durchaus in die Bremsen traten.

Derweil lief im Dorfladen von Susi Burkart am Samstagvormittag nicht viel. Es fehlte mancher Kunde, der sonst per Auto zum Semmelkauf kam. «Egal! Einmal im Jahr ist das in Ordnung. Außerdem darf ich die Brotzeit liefern», zeigte sich die Ladenbesitzerin zufrieden. Die Brotzeit erhielten alle Helfer samt eines T-Shirts. Das war es aber auch schon. «Wir sind mit Freude und Begeisterung dabei.

Das ist ja nichts Alltägliches», beschreibt Eugler-Poschenrieder die Motivation der Helfer. Sollte bei der Veranstaltung ein Gewinn abfallen, bekommt der Verein eine Spende. Doch das war nicht der Grund, sich zu engagieren. Vielmehr galt: «Eine WM im Ort. Wann hat man das schon mal?» (Poschenrieder). » siehe Allgäu-Sport

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019