Kempten
Balkon leer schöpfen statt Sonnenbaden

Das gute Wetter genießt Petra Arnold meistens auswärts. Dabei hätte sie eigentlich einen schönen Balkon, sonnenseitig, 16 Quadratmeter groß und praktisch uneinsehbar von der Straße aus. Doch nutzen kann die Kemptenerin ihren Balkon nur an wenigen Tagen im Jahr. Wegen eines defekten Ablaufs nämlich steht der unüberdachte Balkon nach jedem Regenguss komplett unter Wasser. Längst sind davon Mauern und auch Leitungen in Mitleidenschaft gezogen, erzählt sie, an der Balkonunterseite wuchert der Schimmel. «Seit etwa fünf Jahren geht das so - und mein Vermieter unternimmt nichts», ärgert sich die Kemptenerin. Der Vermieter ist die Deutsche Annington. Das nach eigenen Angaben führende deutsche Wohnungsunternehmen hatte vor Jahren die früheren Eisenbahnerwohnungen in Kempten übernommen - darunter auch das Haus in der Wiesstraße, in dem Petra Arnold mit ihrem siebenjährigen Sohn Steffen lebt.

Heiß scheint die Augustsonne an diesem Tag auf den mediterran gestalteten Balkon. Doch von Entspannung keine Spur - bis über die Knöchel stehen die Kemptenerin und ihr Sohn im Wasser und schöpfen. Drei Tage ist der letzte Regen schon her, doch das Wasser läuft einfach nicht ab. Der Grund: «Das Ablaufrohr, das im Innern der Mauern bis hinein in den Boden führt, wird von den Wurzeln der Bäume nebenan verstopft», erzählt Petra Arnold. Zwar schicke die Deutsche Annington jedes Jahr einmal jemanden vorbei, der die ärgste Verstopfung zunächst beseitige - das aber löse das Problem insgesamt nicht: «Schon beim nächsten Regen steht das Wasser wieder.» Dazu kommt, dass jederzeit die Überflutung der in den vergangenen Jahren aufwändig renovierten, über dem Balkonniveau liegenden Wohnung drohe.

«Das kümmert keinen»

«Das kümmert aber keinen, ständig telefoniere ich mit irgendwelchen Hotlines, aber keiner hilft mir weiter - seit April habe ich deshalb die Kaltmiete von rund 360 Euro um 25 Prozent gekürzt», erzählt die Kemptenerin. Auch sehe sie sich wegen der jahrelangen Querelen nach einer neuen Bleibe um.

Und was sagt die Deutsche Annington? «Natürlich werden wir schnell etwas gegen das Wasser auf dem Balkon unternehmen», verspricht Pressesprecherin Katja Weisker. «So ein Zustand ist ganz sicher nicht in unserem Interesse, weil ja auch das Gebäude insgesamt beschädigt wird.» Deshalb habe man nun ein neues Unternehmen beauftragt, das mit Kameras den defekten Ablauf überprüfen und das Problem beseitigen soll.

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