Allgäu
Bald gentechnikfreie Milch aus Sonthofen

Die Allgäuland-Käsereien GmbH mit Hauptsitz in Wangen (württembergisches Allgäu) und Standorten unter anderem in Sonthofen (Oberallgäu) und Bad Wörishofen (Unterallgäu) wollen sich in Zukunft weitgehend von wettbewerbsintensiven Standardprodukten verabschieden und sich stattdessen auf höherwertige Qualitätsprodukte konzentrieren. So soll in Sonthofen eine neue Trinkmilchanlage installiert und schon bald gentechnikfreie Milch abgefüllt werden.

Wie berichtet, fahren die Allgäuland-Käsereien derzeit einen harten Sparkurs und werden ihre Werke in Tübingen, Dettingen (beide Baden-Württemberg) und Augsburg schließen. Ferner will das Unternehmen neue internationale Märkte erobern und die Listungen bei den Discountern ausweiten. Dieses «Kostensenkungs- und Ertragssteigerungsprogramm» wie es der neue Geschäftsführer Marcel Mohsmann nennt, ist diese Woche in der Gesellschafterversammlung in Isny abgesegnet worden. Auch der mit der Prüfung des Jahresabschlusses beauftragte Genossenschaftsverband in Stuttgart hat inzwischen diese schmerzhaften Maßnahmen als «alternativlos» bezeichnet.

Heuer nicht öffentlich

Mohsmann und Aufsichtsrats-Chef Heinz Lipp hatten in der Gesellschafterversammlung, die dieses Jahr nicht öffentlich durchgeführt wurde, von einem wirtschaftlich schwierigen Jahr 2008 berichtet. Wie bei vielen anderen Milchverarbeitern hätten die Weltwirtschaftskrise und die Mengenausweitung durch die EU - und in deren Folge der Preisverfall bei den Milchpreisen - auch deutliche Spuren im Betriebsergebnis der Allgäuland-Käsereien GmbH hinterlassen. Nur dank außerordentlicher Erlöse und infolge von Einmal-Effekten konnte ein Jahresüberschuss von 108000 Euro ausgewiesen werden.

Der im Jahresdurchschnitt geleistete Milchauszahlungspreis über alle Qualitäten hinweg lag bei brutto 40,60 Cent/Kg und damit 0,15 Cent niedriger als im Vorjahr. Der Milchpreis für zweitägig erfasste konventionelle Milch lag im Mittel des Jahres 2008 inklusive eines durchschnittlichen Mengenzuschlags von 0,24 Cent/Kg bei brutto 38,84 Cent/Kg. Das sind 1,06 Cent/Kg unter dem Vorjahreswert. Die durchschnittliche Jahresmilchmenge je Lieferant stieg indes um 6500 auf 168809 Kilogramm an.

Dass die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der finanziellen Situation der Allgäuland-Käsereien GmbH wirken, zeigen die Zahlen für das erste Halbjahr 2009. Die Gesellschaft habe ein «ausgeglichenes Ergebnis» erzielt. Unter Einberechnung der 100-prozentigen Tochtergesellschaften sei im ersten Halbjahr 2009 sogar «ein kleiner Gewinn» erwirtschaftet worden, sagte Mohsmann.

Kosten bereits gesunken

Die Kosten seien bereits gesunken - leider gelte das aber auch für den Milchpreis, der seit zwölf Monaten in Deutschland nur eine Richtung kennt: «Abwärts, abwärts, abwärts!» Vor diesem Hintergrund sei laut Mohsmann bei den Allgäuland-Käsereien an den getroffenen Maßnahmen zur Kostensenkung und zur Ergebnisverbesserung nicht zu rütteln.

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