Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Dietmannsried
Babynahrung aus dem Allgäu für China

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Auf dem chinesischen Markt mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern Fuß fassen möchten die Oberallgäuer Firmen Töpfer und Champignon Hofmeister, beides Milch verarbeitende Betriebe. Sie empfingen vor wenigen Tagen Gäste aus China, die sich einen Eindruck von der Produktion vor Ort verschaffen wollten.

In Deutschland gibts immer weniger Babys. Für Töpfer ein Grund, sich neue Märkte zu erobern. Das sei mit China gelungen, freut sich Geschäftsführer Dr. Georg Kapfer. Seit knapp einem Jahr laufe der Export von Bio-Babynahrung in den fernen Osten. Die Kontakte zu China weiter vertieft hat auch der Besuch der Delegation aus der chinesischen Provinz Jilin. «Wir sind die einzige Firma, die derzeit Bio-Babynahrung in China vertreibt,» betonte Kapfer. Dieses Premium-Produkt werde dort freilich auch in einem Premium-Preissegment angeboten. Und zwar mit Erfolg. China biete ein riesiges Potenzial, betonte auch der parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr.Gerd Müller. «Schließlich leben viele Millionen Menschen in China einkommensmäßig auf unserem Niveau.»

Am Rande der Visite wies Müller daraufhin, dass die Chinesen auch an deutschen Zuchtrindern interessiert seien. Deutsche Kühe gäben durchschnittlich 6500 Liter Milch, chinesische dagegen nur 2500. Auch auf einen Vertrag mit China in Fragen zur Qualitätssicherung wies der Bundespolitiker aus Kempten hin. Die Chinesen aus Jilin seien die Ersten, die sich konkret vor Ort über die Qualitätssicherung vom Stall bis zum Verbraucher informierten.

Das hat einen Grund: Voriges Jahr starben in China sechs Säuglinge nach dem Verzehr von Babynahrung: Das Milchpulver aus chinesischer Produktion war mit Melamin verseucht. «Wohl deshalb hatten wir hohe bürokratische Hürden zu überwinden, um unsere Bio-Produkte in Pulverform anbieten zu können», mutmaßt Dr. Kapfer. Jetzt allerdings sieht er für das Unternehmen mit 150 Mitarbeitern und steigendem Umsatz «einen kleinen Vorsprung im riesigen Markt».

Das Produkt Lactana hat nun beispielsweise neben europäischem und deutschem Öko-Siegel auch das chinesische. Export-Manager Asmund Froysok hat den Eindruck, dass der Verbrauch von Milch und Milchprodukten «in China rasant steigt». Mit speziellen Bio-Produkten besetze Töpfer dort eine «wichtige Nische».

Herbert Deniffel (Bereichsleiter Alpavit der Käserei Champignon Hofmeister) wies darauf hin, dass das Unternehmen zwischenzeitlich 20 Prozent seines Industriegeschäfts mit China abwickele. Alpavit beliefere mit mehreren Spezialprodukten wie entmineralisiertem Molkepulver die Hersteller von Kindernahrung. Die Gäste aus der Provinz Jilin repräsentierten 60 Prozent der Milch verarbeitenden Industrie Chinas.

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