Immenstadt / Waltenhofen
B 19 neu: Durch das Nadelöhr von einst rollt der Verkehr jetzt vierspurig

Seit gestern Nachmittag rollt der Straßenverkehr durchgängig auf vier Spuren der B 19 zwischen Waltenhofen und Sonthofen. Zuvor ist das letzte noch offene Teilstück der B 19 neu von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Karin Roth, und von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann freigegeben worden. Fast 40 Jahre Planung und zehn Jahre Bauzeit auf den wichtigsten Teilabschnitten mit Baukosten von 100 Millionen Euro gingen damit zu Ende. «Ein jahrzehntelanges Nadelöhr ist beseitigt worden», freute sich Herrmann.

Großes Gästeaufgebot

Groß war das Aufgebot von Gästen aus Politik und Wirtschaft, von Behörden und Polizei. Zusammen mit vielen Anrainern, die Grundstücke für den Straßenbau und den parallel dazu angelegten Hochwasserschutz entlang der Iller hergeben mussten, verfolgten sie das obligatorische Zeremoniell des Banddurchschneidens. Kinder in Tracht, Alphornklang, Blasmusik und Böllerkracher sowie ein Korso von alten Treckern und Pkw-Oldtimern rahmten den «symbolhaften Brückenschlag» vom nördlichen ins südliche Oberallgäu ein, wie Landrat Gebhard Kaiser die vervollständigte Verkehrsschlagader beschrieb.

Große Anerkennung für die Ingenieurs-Leistung bei diesem Bauwerk gab es von Staatssekretärin Roth. Hier sei «das Unmögliche möglich gemacht worden», begeisterte sich die SPD-Politikerin dafür, wie gut die autobahn-ähnlich ausgebaute Strecke in die sensible Landschaft eingepasst worden sei. Roth erinnerte daran, dass die beengte alte Bundesstraße mit den früheren Bahnübergängen von der Unfallhäufigkeit im bundesweiten Spitzenfeld gelegen habe. Die komplettierte Verbindung der B 19 von Thüringen bis nach Österreich weise nun aber den Standard auf, um den Tourismus- und Güterverkehr auch der Zukunft aufzunehmen.

Zukunftsweisende Lösung

Innenminister Herrmann sprach ebenfalls von einer zukunftsweisenden Lösung. Er bekräftigte aber auch, dass Bayern noch weitere kräftige Investitionen in den Straßenbau benötige, selbst wenn am gleichen Tag noch ein Abschnitt der B 17 bei Augsburg und ein Abschnitt der B 12 zwischen Kaufbeuren und Buchloe ihrer Bestimmung übergeben wurden.

Der Oberallgäuer Landrat erinnerte daran, dass es hitzige Diskussionen um die Streckenführung mal östlich, mal westlich der Iller gegeben habe. Erst das Pfingst-Hochwasser von 1999 beschleunigte den Abwägungsprozess. Hochwasserschutz und Straßenbau erfolgten Hand in Hand der Leiter des Staatlichen Bauamts, Bruno Fischle, bescheinigte Planern und Firmen, «eine Meisterleistung der Baukunst vollbracht zu haben».

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