Wiggensbach.
Autos gehen ab wie Raketen

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Immer wieder frenetischer Jubel in Wiggensbach: Pro 7 zeichnet seine Show «Crazy Competition» (verrückter Wettstreit) auf. Hunderte von Zuschauern verfolgen am Samstag das Spektakel, das auf einer Wiese am östlichen Ortseingang über die Bühne geht.

Höhepunkt ist abends der Wettstreit: Welches umgebaute Schrottauto fliegt von einer Rampe katapultiert weiter? Zur Auswahl stehen der rote «Teufel» der Buchenberger und der zähnefletschende «Hai» mit Flügeln der Wiggensbacher. Auflösung folgt, wenn die Show gesendet wird. Nur so viel: Der aus heiterem Himmel ausgelöste Fehlstart des Wiggensbacher Autos lässt sich reparieren, das Fahrzeug wird erneut präpariert und fliegt in den späten Abendstunden noch einmal. Ein Termin für die Übertragung steht noch nicht fest.

«Das zieht sich», ist am Samstagnachmittag immer wieder zu hören. Und dabei meinen die Beobachter der Fernsehaufzeichnung nicht nur das Biesel-Duell der beiden Gemeinden, das letztendlich über drei Stunden dauert und äußerst knapp ausgeht. Sie zielen ab auf die langen Drehpausen.

Bei jeder Aufzeichnung müssen die Fans der blauen Tribüne (Wiggensbach) und der roten Tribüne (Buchenberg) frenetisch klatschen, zwischendrin «La-Ola-Wellen» inszenieren und laut mit den Füßen stampfen. Das tun die Beteiligten offensichtlich mit Spaß. Auch, wenns von 10 bis fast Mitternacht dauert.

Die 30-köpfigen Gemeindeteams müssen gegenübersitzend viel Wasser trinken, zwischendrin auch einmal hüpfen und werden dementsprechend immer kleiner: Denn, wer bieseln muss, der scheidet aus. Und wird dabei noch von Kameras bis zum «Häuserl» mit dem ausgeschnittenen Herz in der Holztür verfolgt. Der zehnjährigen Franzi war es nicht unangenehm über den so genannten «Walk of Shame» (peinlicher Weg) zum Klohäusle zu laufen. Mehr ausgemacht hat der Wiggensbacherin die Hitze, in der sie und die anderen Teilnehmer stundenlang ausharren mussten.

Der Moderator begrüßt die Teams beim Einlaufen so: «Da laufen sie ein, unsere Helden, die es ab sofort nicht mehr laufenlassen dürfen.» Es folgt johlender Applaus. Unter anderem von Buchenbergs Rathauschef Toni Barth. Er sitzt im rotweiß karierten Hemd und mit kurzer Lederhose samt Haferlschuhen auf der roten Tribüne und motiviert seine Buchenberger. Die liegen in Führung, denn sie hatten es tags zuvor geschafft, die schwerere Weißwurst zu produzieren.

Wiggensbachs Rathauschef Heribert Guggenmos gibt derweil sein Bestes im blauen Biesel-Team und schafft es ins vordere Drittel. Anspruchsvollere Wetten hätte auch er sich gewünscht, sagt er später. «Wäre es noch schlimmer gekommen, wären wir wieder ausgestiegen.» Den von Pro 7 vorgelegten Vertrag hätten beide Gemeinden wohlweislich nicht unterschrieben.

Das Gute am Wettstreit sei, dass er zwei Nachbargemeinden zusammenbringe, lobt die 23-jährige Carina Kögel (Wiggensbach). Da stimmen ihr auch Landrat Gebhard Kaiser und viele weitere Schaulustige zu, die den schönen Tag nutzen, um sich draußen zu treffen. Für die Bewirtung sorgen die Wiggensbacher Vereine. Sie wollten eigentlich ein Freibad-Fest am gleichen Tag durchführen, doch das fiel wegen der Fernseh-Aufzeichnung ins Wasser.

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