Buchloe
Authentischer Auftritt

Auch bei seinem zweiten Auftritt in Buchloe sorgte der Nersinger Chor «Gospel & More» wieder für eine nahezu gefüllte evangelische Hoffnungskirche. Die 25 Chormitglieder samt ihrem Dirigenten Markus Romes und einer dreiköpfigen Begleitband konnten durch ihre mitreißende Vortragsart das Publikum auch bei seltener zu hörenden Nummern schnell aus der Reserve locken.

Zwei Stunden non-Stop

«Gospel ist gesungenes Evangelium», sagte die Moderatorin zu Beginn. Entsprechend authentisch und voller Begeisterung erklangen auch die meisten Lieder bei diesem zweistündigen Non-Stop-Auftritt. Die eine oder andere «Blue Note» wurde vielleicht ein wenig zu «europäisch» intoniert, aber ansonsten hatte ein Großteil des Auftritts so nebenbei auch den Charakter eines Lehrkonzertes, zu dem man sich gerne noch ein paar weitere einheimische Chorsänger im Publikum gewünscht hätte.

Im zweiten der vier Liedblöcke dominierten ruhigere Melodien. Hätte man das gefühlvolle «Shine Your Light» in weltlichem Rahmen gesungen, wären wohl bald Feuerzeuge geschwenkt worden. Dass neuere Gospels stilistisch manchmal nicht weit von Pop-Songs entfernt sind, zeigte «Gods Gift to Mankind».

Hier stand zweifellos der James Bond-Filmhit «For Your Eyes Only» Pate.

Auf die erste wirklich bekannte Nummer «I Will Follow Him» folgte mit «Joshua Fit the Battle of Jericho» einer der bekanntesten Gospel-Klassiker überhaupt. Hier wurden die Mauern mit immer lauter werdenden «Halleluja»-Rufen zum Einsturz gebracht, sodass die im Publikum anwesenden Blechbläser ihre Instrumente getrost im Koffer lassen konnten.

In Konzertansagen dient der Ausdruck «Lied aus der Werkstatt» meist als Entschuldigung dafür, wenn noch nicht alles perfekt ist. Was bei «Glory to God almighty», ein Stück aus dem Repertoire des Oslo Gospel Choir, allerdings noch verbesserungswürdig sein sollte, blieb offen. Als weiterer Film-Hit erklang «Gabriellas Song» aus «Wie im Himmel», gesungen in schwedischer Originalsprache - sehr emotional interpretiert.

Mit Michael Jacksons «We Are the World» hatte man ein langsames Schlussstück aufs Programm gesetzt - um emotional wieder «runterzufahren» - , aber das hinderte das Publikum nicht daran, sich vier Zugaben zu erklatschen, darunter ein äußerst originell arrangiertes «Oh When the Saints». Mit dem afrikanischen «One by One» zog man aus der Kirche aus, um vor der Tür weiter zu singen.

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