Buchenberg
Ausgesetzte Katze jetzt Liebling der Kindergartenkinder

Eine wahrlich rührende Tiergeschichte ist sie, die vom ausgesetzten Kater Mikesch, der nun ein sicheres Zuhause hat. Als kleines Kätzchen wurde er vor einem Jahr bei einem Bio-Bauernhof kurzerhand aus einem Auto geworfen. Lange Zeit war unklar, was weiter mit ihm passieren soll. Nun steht endgültig fest, dass er bleiben darf. Doch nicht etwa als gewöhnliche Hof-Katze. Nein, Mikesch ist der tierische Begleiter einer Waldkindergarten-Gruppe in Buchenberg-Bischlags.

Seinen «Kindergarten-Platz» hat sich der gescheckte Maunzer übrigens selbst erarbeitet. Täglich gesellt sich der vierbeinige Schmuser zu den Kindern, lässt sich von ihnen streicheln, herumtragen und füttern. Meist sitzt er morgens inmitten des kleinen Zufahrtssträßchens, umsäumt von Kuhweiden, vor der Heuscheune in Bischlags und wartet auf die Kinder des Waldkindergartens.

Begeistert laufen die ersten ankommenden Knirpse dann auf den Kater zu. Der macht den Anschein, als sei seine Geduld mit den nicht immer vorsichtigen Händen der Kleinen unendlich. Streicheleinheiten kann er offenbar nie genug bekommen.

Tier verhindert Tränen

Während die Kinder beim Morgenkreis im Heu ihre Lieder singen, schnurrt Mikesch leise auf Lillys Arm. «Für mich ist das eine Therapie-Katze», sagt ihre Mutter Manuela Scholz. Die Eingewöhnung ihrer Tochter sei nicht einfach gewesen. «Aber wenn Mikesch kam, gab es keine Abschiedstränen», lacht sie. So wie Lilly ergeht es vielen der Kinder. Beim Liebkosen des weichen Fells ist jeder Kummer schnell vergessen.

Dabei stand die Ankunft des Katers vor rund einem Jahr unter keinem guten Stern. «Zufällig» habe er gerade aus dem Fenster gesehen, erinnert sich Bauer Anton Albrecht an diesen Tag. «Ein Auto fuhr vor den Stall, die Tür ging auf und eine Katze wurde raus befördert. Dann raste es davon», berichtet er. So schnell sei es gewesen, dass der heraus eilende Landwirt nicht einmal das Kennzeichen habe erkennen können.

Seine Frau Meggi habe indes die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und erst überlegt, einen Platz für die etwa ein halbes Jahr alte Samtpfote zu finden. Schließlich gebe es schon genug Katzen auf dem Hof.

Doch Mikesch, wie der Kater von Meggi Albrecht, Kindergarten-Leiterin Claudia Fischer und den Kindern getauft wurde, verdiente sich seinen Platz auf dem Hof im wahrsten Sinn des Wortes. «Sogar in den Ferien sitzt er morgens am Weg und wartet auf die Kinder», erzählt Meggi Albrecht von der Katze, die tagtäglich mit der lachenden Schar den Weg zum Wald einschlägt - gerade so, wie man es sonst fast nur von Hunden kennt. Im Wald angekommen, gesellt sich Mikesch meist noch ein Weilchen zwischen den spielenden Pulk, bevor er sich anderen Dingen zuwendet. Zum Beispiel seiner zweiten Verpflichtung, dem Fangen der Hofmäuse.

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