Lehrstellen
Ausbildungsmarkt so gut wie leergefegt

Die Konjunktur zieht wieder an, mehr Aufträge in den Unternehmen führen zu mehr Arbeit und damit zu mehr Bedarf an Fachkräften. 254 Berufsausbildungsstellen sind im Bereich der Arbeitsagentur Kempten momentan noch unbesetzt. Dem gegenüber sind lediglich 25 Ausbildungsbewerber unversorgt - das sind rund halb so viele wie im Vorjahr.

Der Grund ist laut Agenturleiter Peter Litzka ein «lapidarer»: «Auf einem besseren Arbeitsmarkt ist es einfacher, die jungen Leute in Ausbildungen unterzubringen.» Seinem positiven Fazit für das Berichtjahr 2009/2010 schlossen sich gestern auch die Vertreter von Handwerkskammer (Hwk) und Industrie- und Handelskammer (IHK) an.

«Wir spüren dabei auch die Erfolge der berufsorientierenden Projekte, die wir in der Region installiert haben», erklärte Michael Preisendanz von der Kemptener Arbeitsagentur, die bis auf den Wirtschaftsraum Memmingen für das gesamte Allgäu zuständig ist. Beispielhaft verwies er auf die «Allgäuer Berufsoffensive» und die Aktion «Mädchen und Technik». Derartige Projekte trügen dazu bei, dass die Jugendlichen immer mehr ihre eigenen Stärken erkennen.

Zwar haben laut Preisendanz 2009/2010 mit genau 2987 jungen Leuten etwa 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr einen Ausbildungsplatz über die Agentur gesucht. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen blieb mit 3420 jedoch in etwa auf demselben Niveau. «Das Verhältnis hat sich inzwischen deutlich zugunsten der Bewerber gedreht», so Preisendanz.

Mit 4,25 Prozent mehr Ausbildungsverträgen als im Vorjahreszeitraum habe das Handwerk im Kemptener Agenturbezirk erneut ein «stetiges Wachstum» verbucht. «Und der Lehrstellenmarkt ist weiter in Bewegung», sagte Hwk-Ausbildungsberater Thomas Schmid und appellierte an die Jugendlichen, die bislang ohne Ausbildungsplatz sind, weiter «dranzubleiben». Dass es noch offene Stellen gebe, sei auch Indiz dafür, dass der demografische Wandel voll im Gange sei und die Zahl der Schulabgänger deutlich zurückgehe. «Unsere Betriebe sind immer stärker gefordert, gute Auszubildende zu finden», so Schmid.

Auch Petra Förg, Leiterin der IHK-Ausbildungsberatung, unterstrich, wie viele Betriebe derzeit erkennen, dass sie in Sachen Ausbildung «mehr tun müssen». «Das Thema Qualität steht bei uns ganz oben. Das haben wir in den vergangenen Jahren vielleicht etwas vernachlässigt.» Der Wettbewerb um nachwachsende Fachkräfte werde künftig nämlich weiter steigen.

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