Weitnau
Ausbildung, wo andere Urlaub machen

Wenn ihre Freunde zum Baden oder Feiern gehen, muss Simone Ulrich oft arbeiten. Denn die 19-Jährige macht derzeit im Hanusel Hof in Weitnau (Oberallgäu) eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. «Mir gefällt die Arbeit trotzdem, und wir sind ein richtig nettes Team hier», sagt die junge Frau. Doch nicht alle Azubis sind so zufrieden wie Simone Ulrich. 47 Prozent brechen laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben ihre Ausbildung in der Freizeitwirtschaft ab oder wechseln den Betrieb. So viele sind es in keiner anderen Branche.

Grund sind neben den Arbeitszeiten und oft harten Arbeitsbedingungen auch das teilweise schlechte Image der Branche. «Wir müssen an der Qualität der Ausbildung und unserer Glaubwürdigkeit arbeiten», sagte Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der IHK, gestern im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Hanusel Hof, ein Hotel mit Golfplatz, in Weitnau.

Bewertungen auf Internetportal

Unter anderem mit einem Internetportal will die IHK für mehr Qualität bei den Ausbildungen in der Freizeitwirtschaft sorgen. Ziel ist es außerdem für die noch freien Stellen zu werben. 205 gibt es laut IHK derzeit noch, 150 davon im Allgäu.

Die Internetseite mit dem Namen «Q4U» (das steht für: Qualität für dich) soll eine Plattform für die Auszubildenden sein, auf der sie sich über ihre Betriebe austauschen können. Um auf dem Portal bewertet zu werden, müssen Unternehmen einen sogenannten Ehrenkodex unterschreiben, in dem sie sich verpflichten fair, offen und respektvoll mit ihren Azubis umzugehen.

Damit können sich gute Betriebe von schlechten abheben, meint Petra Löwenthal, Vorsitzende des IHK-Ausschusses für Freizeitwirtschaft. Denn da die «vorbildlichen Betriebe» auf dem Portal vorgestellt werden, hofft Löwenthal, dass sich weniger Jugendliche bei den «schwarzen Schafen» bewerben. Geplant sei auch ein Zertifikat für Betriebe, so Saalfrank. Daran könnten die Jugendlichen sehen, dass in diesem Unternehmen Wert auf Qualität bei der Ausbildung gelegt wird.

Der Startschuss für das Allgäuer Pilotprojekt fällt im Oktober.

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