Marktoberdorf
Aus vier mach zwei: Stadt will Übergänge schließen

Wer «zwei plus vier» hört, denkt zum bevorstehenden Tag der Deutschen Einheit an die Verhandlungen der vier Siegermächte mit West- und Ostdeutschland. Bei «zwei statt vier» hat die Verwaltung der Stadt Marktoberdorf jedoch die Bahnübergänge zwischen Thalhofen und Leuterschach im Auge. Denn von den vier Übergängen in diesem Bereich will sie nur noch zwei erhalten. Dazu zählt der seit Jahren geschlossene nahe der Kiesgruben. Den wollen auch die Stadträte wieder geöffnet haben, beschlossen sie mehrheitlich.

Den seit fünf Jahren geschlossenen Übergang bei Kilometer 2,543 zu ertüchtigen, kostet nach Angaben von Stadtbaumeister Peter Münsch rund 100000 Euro. Diese Summe müsse die Stadt allein aufbringen, weil sich die Bahn nur am Bau kreuzungsfreier Übergänge, sprich Tunnel oder Brücke, beteiligt.

Der Vorschlag der Verwaltung ging noch weiter. Er sah vor, neben dem Übergang Schweinberg auch den bei Fechsen-Nord zu schließen. Stattdessen sollte von Fechsen aus ein Weg östlich der Bahnlinie als Verbindungsstraße ausgebaut werden. Die Kosten bezifferte Münsch mit 250000 Euro. Hinzu sollte ein Radweg kommen, der mit 35000 Euro zu Buche schlägt. Macht unter dem Strich 385000 Euro.

Begrenzung für Langweg

An dieser Summe störte sich SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Hannig. Denn das Ziel, den Langweg im Neubaugebiet von Thalhofen vom Schwerlastverkehr zu befreien, lasse sich auch mit einer Tonnagebegrenzung erreichen. Im Gegenzug sollte dann der bestehende Bahnübergang nahe Fechsen ausgebaut werden, damit die Kieslaster dort leichter um die Kurve kommen. «Damit wäre allen geholfen.»

Wolfgang Schmid (Freie Wähler) fürchtete «ein riesen Problem» für die Landwirte, wenn der Übergang Fechsen-Nord geschlossen werde. Er bat die Verwaltung zu prüfen, wie viele Bauern ihn nutzen. Wobei Bürgermeister Werner Himmer seine Meinung bereits kundtat: «Das müssen sie in Kauf nehmen.»

Ähnlich wie Schmid argumentierte Eugen Kögel (CSU), wobei er vor allem die Radfahrer im Blick hatte. Axel Maaß (Grüne) hielt dem entgegen, dass viele die lange Fahrtzeit der Bahn nach Füssen beklagten. Die könne aber nur zügiger verkehren, wenn es weniger Bahnübergänge gebe. Auch Doris Rößle (FW) sah im Vorschlag der Verwaltung die «Fehler der Vergangenheit» nun «sinnvoll behoben».

Letztendlich entschied der Stadtrat aber nur über den Übergang an Kilometer 2,543. Der soll, so das Votum, nicht zurückgebaut werden.

Über den Vorschlag der Verwaltung wurde nicht abgestimmt. Markus Singer (CSU) hatte darauf hingewiesen, dass die Tagesordnung dies nicht vorsehe. «Dann nehmen Sie es wenigstens als Diskussionsgrundlage mit», sagte Bürgermeister Himmer leicht säuerlich.

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