Weiler
Aus 200 Büchern 15000 gemacht

Ein «historisches Ereignis» - so hat Weiler-Simmerbergs Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph die Verabschiedung von Otto Kuhn am Donnerstagabend im Rathaus bezeichnet. Der 80-Jährige war 51 Jahre lang Leiter der Weilerer Bücherei. Angefangen mit 200 Büchern in einem Rollschrank füllen nach mehr als fünf Jahrzehnten 15000 Werke die Regale. Die Nachfolge des ehemaligen Weilerer Rektors treten Sylvia Allgayer und Ilfa Reichart an.

«Es ist nicht Sinn und Zweck, in die gleichen Fußstapfen zu treten», sagte Rudolph. Aber dem Geist und dem roten Faden, den Kuhn hinterlassen hatten - dem sollten Sie folgen. «Denn die Erfolgsgeschichte spricht für sich», so der Rathauschef. Und genau das ist auch der Plan des Nachfolgeduos: Allgayer und Reichart wollen vor allem junge Menschen fürs Lesen begeistern. «Dafür hat er sich immer eingesetzt» (Rudolph).

Während die 46-jährige Ilfa Reichart aus Simmerberg seit gut zwei Jahren im Büchereiteam ist, hat Sylvia Allgayer Otto Kuhn schon als Schülerin in der Bücherei unterstützt. Vor 15 Jahren hat er die heute 47-jährige Arzthelferin aus Weiler wieder ins Boot geholt. Schon damals mit der Absicht, dass sie irgendwann die Nachfolge antreten könnte, wie sie sagt. Für beide Frauen bedeutet Lesen Faszination.

Während Reichart gerne zu Sachbüchern aller Bereiche greift, schmökert Allgayer vor allem in den Romanen des schwedischen Autors Henning Mankell.

Unterstützt werden Reichart und Allgayer in ihrem Ehrenamt von drei fleißigen Helferinnen. Die Schwestern Annemarie (19) und Carmen (15) Weiss aus Weiler sowie die 17-jährige Manuela Boschert aus Weiler haben auch Kuhn schon bei der Aus- und Rückgabe, beim Einsortieren, Einscannen oder Reparieren kaputter Bücher geholfen. «Wir sind stolz, dass wir Sie bei Ihrer Arbeit begleiten durften; wir haben viel gelernt», sagte Annemarie Weiss, die seit acht Jahren in der Bücherei hilft. Kuhn habe ihnen die «Geheimnisse zwischen den zwei Buchdeckeln» nahegebracht.

Während seiner Zeit als Büchereileiter hat Kuhn insgesamt 40 Helfer gehabt - darunter auch Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter. Die meisten davon seien aber Mädels gewesen. «Buben lesen nicht so gern», hat er festgestellt.

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