Arbeitsmarkt
Aufschwung setzt sich fort: Junge profitieren besonders

Der bundesweite Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich nach wie vor im Allgäu wider. Auch im Oktober blieb die Bilanz in der Region dank weniger arbeitsloser Menschen und einem Plus beim Stellenmarkt auf Erfolgskurs.

Von einer «zumindest kleinen Schallmauer», die durchbrochen wurde, spricht daher Peter Litzka, Leiter der Arbeitsagentur Kempten, die fast das komplette Allgäu abdeckt. Mit dem «deutlichen Rückgang» der Arbeitslosenzahl um sechs Prozent gegenüber dem Vormonat auf 8535 wurde im Agenturbezirk heuer erstmals die 9000er-Marke unterschritten. Das führt zu einer aktuellen Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent - 0,2 Prozentpunkte weniger als im September. Noch prägnanter fällt der Vergleich mit dem Oktober 2009 aus: Binnen Jahresfrist hat die Zahl der Arbeitslosen um satte 16,3 Prozent abgenommen.

«Vermittlungschancen steigen»

Ähnlich erfreulich präsentiert sich die Entwicklung in den Wirtschaftsräumen Memmingen und Mindelheim (siehe Grafik). Viele Unternehmen aus der Region seien gestärkt aus der letztjährigen Wirtschaftskrise hervorgegangen, sagt der Leiter der Memminger Arbeitsagentur, Peter Rasmussen. «Die Vermittlungschancen für Arbeitslose steigen weiter, denn durch die verbesserte Auftragslage haben die Arbeitgeber wieder mehr Stellen zur Verfügung.» 3266 vakante Jobs gibt es derzeit im gesamten Allgäu. Laut Litzka vermeldeten vor allem das Handwerk und die Metallunternehmen, «denen es bis vor kurzem noch nicht so gut ging», vielfach neue Stellenangebote.

Davon profitieren wiederum vor allem junge Menschen unter 25 Jahren. Allein im Kemptener Agenturbezirk ist die Zahl der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe verglichen mit dem Vormonat um mehr als ein Fünftel geschrumpft. «Im Aufschwung sind junge Leute als Arbeitnehmer sehr beliebt», sagt Litzka. «In der Krise waren sie meist die ersten, die ausgestellt wurden und sind jetzt die ersten, die wieder eingestellt werden.» Ältere Arbeitslose kämen hingegen weniger zum Zuge. Die Zahl der über 50-Jährigen ohne Beschäftigung stagniere momentan.

Positiv ist indes die abnehmende Bedeutung der Zeitarbeit zu bewerten. «Der Aufschwung ist keiner, der von Personaldienstleistern getragen wird», erklärt der Kemptener Agenturchef. Zwar habe die Zeitarbeit zweifelsohne ihren Anteil am Konjunkturhoch.

«Aber glücklicherweise setzt eine wachsende Vielzahl von Betrieben auf Stammpersonal, nicht nur auf Leiharbeiter», so Litzka. Ebenso abgenommen habe auch die Kurzarbeit. Von Januar bis Oktober zeigten noch 200 Betriebe Kurzarbeit für etwa 3200 Arbeitnehmer bei der Arbeitsagentur Kempten an.

Tritt auf die Euphoriebremse

Trotz der vielen positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt warnt Rasmussen vor Euphorie: «Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels kommen wir nicht umhin, das vorhandene Erwerbspotenzial besser auszuschöpfen.» Dabei denkt der Memminger Agenturleiter vor allem an die «vielen hoch qualifizierten Frauen, die derzeit nicht im Erwerbsleben sind, aber auch an die Menschen mit Migrationshintergrund, deren Abschlüsse noch nicht anerkannt sind.»

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