Kempten
Aufs Auto verzichten, Energiefresser abschaffen

Welche Frau macht schon gerne eine Diät? Diese ist immer verbunden mit Entbehrung und Einschränkung. Aber wenn man zu viel hat, muss man eben etwas dagegen tun. Das gilt auch für zu viele umweltschädliche Emissionen. Dann heißt es CO²-Diät.

Ein Beispiel: Eine 23-Jährige, wohnhaft und berufstätig in Kempten - ihren Arbeitsplatz erreicht sie mit dem Pkw -, lässt zu Hause die Fenster gerne mal gekippt und manchmal sogar die Standby-Geräte an; sie fliegt selten, fährt aber etwas zu viel mit dem Auto, konsumiert dafür aber oft Produkte aus der Region. Eigentlich eine ausgewogene Mischung aus Bewusstsein und Laster. Doch die erschreckende Bilanz: 13,49 Tonnen CO²-Emission pro Jahr, das sind 2,73 Tonnen mehr als der Durchschnittsdeutsche verbraucht. Jetzt heißt es für die Otto Normalverbraucherin Abspecken oder Klimapunkte kaufen. Am besten gleich beides - der Umwelt zuliebe.

Die Idee für diese Diät der besonderen Art stammt vom Projekt «Klimaschutz - das Allgäu handelt» der Allgäu Initiative (wir berichteten). Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen können daran teilnehmen und gemeinsam für den Klimaschutz arbeiten. Ziel ist die bewusste Reduktion der eigenen Kohlendioxidemission. Für jene CO²-Werte, die im alltäglichen Leben unvermeidlich sind, können zusätzlich Klimapunkte gekauft werden, deren Erlös dann regionalen Klimaschutzprojekten zu Gute kommt. Aktuell kostet ein Klimapunkt 20 Euro, bestenfalls sollte pro Tonne Kohlenstoffdioxidemission ein Punkt erworben werden.

«Das Programm sieht es jedoch vor, dass man zunächst seinen CO²-Ausstoß mindert und erst wenn man seinen angestrebten Wert erreicht hat, diesen mit der Klimapatenschaft ausgleicht», erklärt Projektleiter Dr. Hans-Jörg Barth vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza).

Die 23-jährige Kemptenerin müsste daher für ihre Diät zunächst einiges ändern. Vor allem im Haushalt ist sparen aber einfacher als gedacht. Energiesparlampen kaufen, weniger Wasser verbrauchen, den Kühlschrank ein wenig herunter drehen oder die Raumtemperatur um ein Grad senken, sind nur einige Beispiele. Es muss ja nicht immer gleich eine Wärmesanierung des Gebäudes oder eine Fahrzeugumrüstung auf biogene Treibstoffe sein.

Mit diesen einfachen Methoden und ein wenig Anstrengung und Disziplin, könnte die Kemptenerin schon bei der nächsten Bilanz in einem Jahr ihr Ziel erreicht haben und beim deutschen Durchschnitt von 10,76 Tonnen angelangt sein. Wenn sie dann noch für ihre Heimat in zehn Klimapunkte investiert, wäre sie ein leuchtendes Beispiel für den regionalen Klimaschutz für Jedermann.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen