Interview
Aufführung des Händel-Oratoriums Judas Maccabäus am Sonntag in der Kirche St. Anton

Ein für das Kemptener Publikum relativ unbekanntes Oratorium führt Chordirektor David Wiesner am Sonntagnachmittag in der Kirche St. Anton auf: 'Judas Maccabäus' von Georg Friedrich Händel. Warum er dieses barocke Werk, in dem es um die Maccabäeraufstände 170 Jahre vor Christi Geburt geht, wählte und welche Schwierigkeiten es beim Proben bereitet, darüber unterhielt sich Klaus-Peter Mayr mit Wiesner.

Herr Wiesner, warum führen Sie dieses Händel-Oratorium auf?

Wiesner: Ich wollte mit meinem Chor mal etwas Unbekannteres machen. Außerdem ist es ein faszinierendes Stück mit mitreißenden Schlachtengesängen. In Kempten erklang das Werk zuletzt vor über 20 Jahren. Händels 'Messias' ist heutzutage zwar viel populärer als 'Judas Maccabäus', zu Zeiten Händels war das genau umgekehrt.

Was stellt Sie und den Chor vor die größten Herausforderungen?

Wiesner: Ständig wechselt die Stimmung – von Freude und Sieg zu Trauer und Tod und umgekehrt. Diese Stimmungen müssen getroffen werden, was für Laienchöre nicht einfach ist. Außerdem gibt es ein paar vertrackte Fugen, die überhaupt nicht eingängig sind.

Sie wollen auch ein paar szenische Elemente einbauen. Wie muss man sich die vorstellen?

Wiesner: Beispielsweise wird gleich zu Beginn der Tod des Führers der Israeliten besungen. Er wird auf der Bühne aufgebahrt, und der Chor zieht als klagendes Volk ein. Mehr will ich noch nicht verraten.

Wie viele Proben sind nötig, um das Zweieinhalbstunden-Werk aufführungsreif zu machen?

Wiesner: Mit meinem 50-köpfigen Chor probe ich seit einem guten halben Jahr – neben den vielen anderen Stücken, die für die Liturgien einzustudieren sind. Am Samstag gibt es zusammen mit den Sängersolisten und dem Orchester einen Probennachmittag. Dann muss das Werk stehen.

Werden Sie Elemente der historischen Aufführungspraxis umsetzen?

Wiesner: Natürlich versuche ich, das Oratorium so schlank wie möglich zu gestalten. Aber wir haben kein barockes Instrumentarium. Ich kann und will mir kein Spezialisten-Ensemble einkaufen. Lieber greife ich auf Allgäuer Kräfte zurück.

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