Mindelheim / Wladiwostok
Auf zwei Rädern durch Sibirien

«Wann denn sonst, wenn nicht jetzt?» Mit diesen Worten versuchte der aus Mindelheim stammende Marc Stelzl seinen Eltern den Plan zu erklären, mit dem Motorrad den Globus zu umrunden. Da Stelzl in einer Phase der beruflichen Neuorientierung steckt, schien ihm der Zeitpunkt in diesem Jahr günstig.

Nachdem er die Route festgelegt, sich gegen verschiedene Krankheiten geimpft, seine Visa beantragt, und die notwendige Motorradausstattung besorgt hatte, ging es am 8. Juni um 11 Uhr mit seiner BMW F650 Dakar los. Über Dresden fuhr der 39-jährige Mediengestalter nach Polen, von dort weiter nach Litauen und Lettland. «Von den drei Ländern habe ich leider nicht viel gesehen, da fast durchgehend dichter Regen runtergekommen ist», erklärt Stelzl. Zum Übernachten steuerte er zumeist Motels an.

Als nicht ganz leicht erwies sich die Einreise nach Russland. Es sei sehr zeitraubend und umständlich gewesen, bis alle Formalitäten geklärt waren. «Aus der Warteschlange der Lkw-Fahrer gab es aber hilfreiche Tipps», sagt Stelzl. Nachdem er die russische Grenze passiert hatte, holte ihn bald die Realität des russischen Straßenverkehrs ein.

Der Motorradfahrer berichtet von «tiefen Schlaglöchern, gefährlichen Spurrillen sowie unberechenbaren Autofahrern und Fußgängern». Dennoch erreichte er unversehrt am 17. Juni nach 2700 Kilometern Moskau, wo der Abenteurer drei Tage lang in einem gebuchten Hotel blieb und auch die Sehenswürdigkeiten besuchte. Auch dem Harley-Treffen in Suzdal (rund 200 Kilometer nordöstlich von Moskau) stattete er einen Besuch ab.

Wichtige Tipps zur Weiterfahrt in Richtung Ural erhielt er vom Moskauer Motorradklub, der ihm auch weitere Unterkünfte organisierte. «Die Gastfreundschaft in Russland ist schöner als ich sie mir erträumt hätte», schwärmt Stelzl. Vor dem Grenzgebirge, das Europa und Asien trennt, traf er zwei Deutsche aus dem Landkreis Neu-Ulm, die mit ihrem Jeep unterwegs waren.

Gemeinsam durchquerten sie den Ural und besuchten den Grenzstein bei Perwouralsk. Nachdem sich die Wege wieder getrennt hatten, stieß Stelzl vor Omsk auf zwei weitere Motorradfahrer, die ihm eine Übernachtung in Nowosibirsk verschafften. Mit einem von ihnen fuhr der Mindelheimer weiter bis zum Baikal-See. «Das ist die Perle Sibiriens», beschreibt Stelzl. Nach insgesamt 50 Tagen Fahrt und rund 14500 zurückgelegten Kilometern erreichte er die Hafenstadt Wladiwostok. Das Fazit für den ersten großen Abschnitt seiner Weltumrundung fällt durchweg positiv aus. «Die Weite Sibiriens ist atemberaubend und aufregend. Und die Menschen in Russland waren überwältigend offen und hilfsbereit.»

Nächster Kontinent: Nordamerika

Nun will Stelzl mit seiner BMW F650 Dakar den nächsten Kontinent ansteuern: Nordamerika. Von Wladiwostok aus soll es mit dem Flieger nach Seattle gehen, ehe er mit dem Motorrad quer durch die USA nach Miami fahren will. Das Ende des Trips ist für Oktober geplant.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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