Auf keinen Fall weniger Parkplätze auf dem Hildegardplatz

Von Johannes Schlecker | Kempten Eine mögliche Umgestaltung des Hildegardplatzes ist eines der Themen im Kommunalwahlkampf. Über alle Parteien hinweg wird darüber kontrovers diskutiert.Auch das Thema Brunnenanlage wurde wie bericht neu belebt. Schwerpunkt der Diskussion aber ist die Parkplatzfrage. Denn noch ist unklar, wie viele Parkplätze bei der Umgestaltung erhalten werden müssen (wir berichteten). Viele Inhaber der umliegenden Geschäfte befürchten, dass mit dem Wegfall von Parkmöglichkeiten auch die Kunden ausbleiben.

Vor rund fünf Jahren bereits hatte sich der Stadtrat mit alternativen Gestaltungsmöglichkeiten beschäftigt. Zur Diskussion standen zwei Konzepte: Bei der einen Variante sollten 80 bis 100 oberirdische Stellplätze (derzeit rund 150) berücksichtigt werden. Bei der Variante zwei sollten nur rund ein Dutzend Parkplätze auf dem Platz untergebracht werden. Erneut zur Diskussion steht derzeit auch der Bau einer Tiefgarage. Dies wurde jedoch damals vehement von der Kirchengemeinde St. Lorenz abgelehnt. Sie befürchtet, dass das Gotteshaus dadurch Schaden nehmen könnte.

Und wie stehen die Anwohner zu den Umbau-Plänen? Ganz nüchtern betrachtet Ralf Oberbauer, Inhaber der St. Lorenz-Apotheke, die derzeitige Diskussion: 'Je mehr Parkplätze es gibt, desto mehr Kunden kommen', erklärt Oberbauer. Sollten aufgrund der Umbaumaßnahmen Parkplätze wegfallen, werden die Autofahrer seiner Ansicht nach auf die umliegenden Straßen ausweichen. 'Das wird die Anwohner nicht freuen', sagt der Apotheker. Um die fehlenden Parkplätze zu kompensieren, sei dann der Bau einer Tiefgarage nötig.

Befragung durchgeführt

'Es darf auf keinen Fall weniger Parkplätze geben', meint Monika Schrankenmüller, Inhaberin der Buchhandlung Pröpster. Bereits vor fünf Jahren habe man wegen der damaligen Pläne eine Kundenbefragung durchgeführt. 'Der Mehrheit war es wichtig, dass sie bei uns direkt vor der Tür parken können', erklärt Schrankenmüller. Bei einem Wegfall der Parkplätze würden viele ausbleiben und ins Forum Allgäu abwandern. Herbert Maier, Leiter der Dresdner Bank, dagegen begrüßt die geplanten Umbaumaßnahmen: 'Das wird den Platz sicherlich aufwerten.' Dafür würde er auch den Wegfall einiger Parkplätze in Kauf nehmen: 'Es gibt ja in der näheren Umgebung genügend Ausweichmöglichkeiten'.

Beim Verein Stiftsstadtfreunde ist der Umbau des Hildegardplatzes Thema Nummer eins auf der nächsten Mitgliederversammlung. 'Wir wollen darüber diskutieren und uns die Pläne von der Stadt vorlegen lassen', erklärt Vorsitzende Ilse Roßmanith-Mitterer. Eine Aussage wolle sie daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht treffen.

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