Ofterschwang
Auf Jules Vernes Spuren von Indien nach Japan

Auch wenn das Auftaktstück «Rise of the Firebird» hieß, kamen die Musiker der Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang mit ihrem Dirigenten Martin Schneider mit ihrem rundum gelungenen Programm nicht wie Phoenix aus der Asche. Besucher wissen das Niveau des traditionellen Weihnachtskonzertes als das Ergebnis jahrelanger Aufbau- und Nachwuchsarbeit zu schätzen.

Vor 60 Jahren fanden sich elf Musiker aus Ofterschwang noch als Anfänger zum gemeinsamen Musizieren und schlossen sich zwei Jahre später mit den Kollegen aus Bihlerdorf zusammen, heute präsentiert sich ein 65 Musiker umfassendes Ensemble, das sich seiner Wurzeln nach wie vor sehr bewusst ist.

Die Trompetensignale kündigen bei Richard Wagners Oper «Tannhäuser» den Einzug der Gäste auf der Warburg an, und, arrangiert von Andreas Schorer, war diese feierliche Musik als schöner Bläsersatz zu hören. Die weichen Töne entlockte virtuos Teresa Ney ihrem Instrument beim Concertino für Klarinette und Orchester von Carl Maria von Weber: ein Bravourstück der Solistin und eine sensible Begleitung des Orchesters.

Mit auf die Reise «In 80 Tagen um die Welt» nahmen dann die Bihlerdorf-Ofterschwanger ihr Publikum durch die Musik zum gleichnamigen Roman von Jules Verne, komponiert von Otto M. Schwarz. Es war eine Reise durch die Klangwelten und rhythmischen Möglichkeiten des Blasorchesters: Das Publikum hörte Indien und seine Elefanten, Japan und den Wilden Westen, Indianerüberfall und Schiffsreise. Ein Glanzstück der Blasmusik und des Abends.

Dass auch Marschmusik ihren festlichen Glanz entfalten kann, wenn sie differenziert musiziert wird, war beim Andreas-Hofer-Marsch von Gustav Mahr, beim preußischen Präsentiermarsch von Friedrich Wilhelm III. und beim Marsch «Auf Adlers Schwingen» von Alexander Pfluger zu hören.

Den solistischen Höhepunkt des zweiten Programmteils stellte die Filmmusik «Children of Sanchez» von Chuck Mangione dar, mit der Trompeter Andreas Sprinkart brillierte.

«Hair» und die «Karlspolka»

Für die richtige Einstimmung des Publikums auf die unterschiedlichen Musikstile sorgte Andreas Bertele, der zwischendurch sein Tenorhorn zur Konzertansage beiseitelegte und mit der richtigen Mischung aus Sprachgewalt und kurzen Informationen seine Zuhörer durch das Programm führte. Und das musikalische Spektrum des Abends war breit, es reichte von der Rockoper «Hair» aus den Flower-Power-Zeiten bis zur «Karlspolka», einem feinen Stück böhmischer Blasmusik.

All das ging beim Weihnachtskonzert der Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang wunderbar zusammen: Blasmusik in ihrer Vielfalt und als ein unterhaltsames Hörerlebnis

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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