Oberstdorf
Auf ins Alpen-Abenteuer

Samstagmorgen, 9.58 Uhr: Die 500 Transalpin-Teilnehmer stehen dicht aufgereiht am Start zur legendären Alpenüberquerung im Oberstdorfer Ortszentrum, einige scharren mit den Füßen. Jetzt wollen sie endlich auf die Strecke. 'Da ist der Song, auf den ihr seit einem Jahr gewartet habt', ruft der Wettkampf-Kommentator und dann wird richtig aufgedreht: 'Highway to Hell' (Autobahn zur Hölle). Der alte AC/DC-Song gehört seit Jahren zum Kult der Alpenüberquerer. Die reißen im Takt die Arme hoch, singen mit. Dann geht’s los in Richtung Freibergsee und weiter zum langen Anstieg zur Fiderescharte auf 2210 Metern. Hinter der ersten Verpflegungsstelle nach rund zwölf Kilometern hat sich das Teilnehmerfeld schon weit auseinandergezogen.

'Schöner als vor einem Jahr'

Was die Läufer hier bei Bilderbuchwetter erleben, gehört zum Schönsten, was die Allgäuer Alpen zu bieten haben. Flankiert von schroffen Felsformationen schlängelt sich der Steig durch Geröll und Zwergsträucher hinauf. 'Viel schöner als vor einem Jahr', meint Johannes Lang aus dem Unterallgäuer Ottobeuren, und auch die vielen anderen Alpenüberquerer sind von der Allgäuer Bergwelt begeistert.

Vergangenes Jahr waren die Transalpin-Läufer auf der so genannten Ostroute von Ruhpolding in Oberbayern ins Südtiroler Sexten unterwegs, heuer ist nach acht Tagen durch vier Länder Latsch im Vinschgau (Südtirol) der Zielort.

Oben am Fiderepass wird es kühl, aber das ist für die Läufer viel besser als Hitze. Einige Zentimeter Schnee sind über Nacht gefallen. Jenseits der Scharte zeigt sich der majestätische Gipfel des Biberkopfes in seiner vollen Schönheit. Postkartenidylle pur: Vom nächtlichen Schneefall sind die Felsen noch leicht angezuckert, darunter breiten sich die saftigen Weiden in verschiedenen Grüntönen aus.

Als die Mittelfeld-Teilnehmer erstmals diesen Blick genießen können, haben die Spitzenläufer schon den folgenden Krumbacher Höhenweg hinter sich gelassen und die Mindelheimer Hütte passiert. Dort warten fünf Männer und Frauen, schwingen die bayerische Fahne und begrüßen alle Sportler – Begeisterung pur auch bei den Fans.

Der lange Abstieg von der Mindelheimer Hütte und der erneute Anstieg zum Schrofenpass fordern von den Läufern nochmals vollen Einsatz, bevor sie nach 35 Kilometern und 2543 Aufstiegsmetern in Lech das Tagesziel erreichen. Die schnellsten in weniger als dreieinhalb Stunden, die langsamsten brauchen deutlich mehr als fünf Stunden. Jetzt gilt die Devise: Einige Stunden erholen, möglichst gut schlafen. Dann geht es weiter auf dem 'Highway to Hell'.

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