Auf Höhenflug mit dem Highlander

Von Jürgen Lutz | Kempten Zurzeit sind die Squasher des 1. SC Kempten gedanklich oft bei ihrem Nachwuchsspieler Ken Gibson (16). Dem Nationalspieler (U17) stehen zwei Hüftoperationen bevor, er selbst steht an einem Scheideweg in seiner Karriere und wird wohl erst wieder Ende des Jahres spielen können (Bericht folgt). Den Heimspieltag in der Bayernliga verfolgte Gibson aber noch, bevor er nächste Woche ins Krankenhaus geht. Er sah, dass sein Team den Höhenflug fortsetzt. Nach dem 4:0 gegen SI Taufkirchen II und dem 3:1 gegen den RSC München steht die Mannschaft um Kapitän Alex Schlichtherle weiter auf Platz eins und ist auf dem besten Weg in die 2. Bundesliga.

Früher Lehrer für französisch

Garant für den Höhenflug der Allgäuer ist der 'Highländer'. Profi David Heath (36) hat dem Neuling zu großer Stärke verholfen. Der Schotte aus Oban (Westküste) ist in dieser Saison weiter ungeschlagen. Sein Sieg an Position 1 ist stets die halbe Miete für den Erfolg der Mannschaft. Dabei war es gar nicht so klar, ob der Schotte jemals das Allgäu sehen würde. Während sein um ein Jahr jüngerer Bruder Martin Squash als Lebenserwerb verstand, 'nahm ich den akademischen Weg'. Er wurde Lehrer (Französisch und Psychologie) in Glasgow. Martin Heath kletterte in der Weltrangliste bis auf Platz vier, David dagegen verabschiedete sich vier Jahre ganz von Squash: 'Keine Lust mehr.'

Vier Monate Trainer in Peru

Getroffen haben sich die beiden oft im Elternhaus in Oban, wo eine der klassischen Whisky-Distillerien in den schottischen Highlands steht. 'Dann hat Martin immer von seinen Reisen auf der Profi-Tour erzählt.' David wurde nicht nur neidisch, sondern auch ehrgeizig. 'Ich wollte nicht Lehrer in Glasgow bleiben. Ich wollte auch reisen. Mein Schläger wurde zum Reise-Ticket.'

Erst war er drei Jahre in Belgien, dann vier Monate Nationaltrainer in Lima/Peru, ehe er zum ersten Mal nach Liechtenstein kam. Dort war er zwei Jahre lang Nationaltrainer, ehe es ihn der Liebe wegen nach Barcelona/Spanien verschlug. Die Liebe verflog schneller als die Lust, Squash zu spielen. Da kam das Angebot aus den USA gerade recht. Heath ging als Coach an ein College nach Dartmouth in New Hampshire bei Boston. 'Dort konnte ich aber nicht spielen, weil ich einfach keine Zeit dafür fand.' Und das passierte ihm, der sagt: 'Squash ist wie eine Droge. Ich liebe diesen Sport. Dort kann ich mich ausdrücken, mich selbst erfahren.'

Die Profi-Tour hat Heath nie gespielt. Er schätzt sich 'um Platz 50 herum' in seiner besten Zeit ein. Viele Jahre bildete er mit seinem Bruder Martin Heath und Peter Nicol (viele Jahre lang die Nummer 1 der Weltrangliste) die schottische Nationalmannschaft. Seit 18 Monaten ist er nun zurück in Liechtenstein. Ob er dort für immer bleibt, weiß er nicht, nur soviel: 'Ich will mit Kempten in die 2. Bundesliga aufsteigen' und mit Ken Gibson dann wieder in einem Team spielen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019