Pfronten
Auf dünnem Eis

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Arthur Mörz möchte nicht viel sagen. Zu viel steht für den Vorsitzenden der Eisstockschützen in Pfronten auf dem Spiel. Der 41-Jährige fürchtet um das Überleben seiner ohnehin kleinen Abteilung. Denn seit einiger Zeit bewegen sich die Aktiven des EV Pfronten auf ungewohnt dünnem Eis. Unfreiwillig, wie sie sagen. Zumal ihnen aus ihrer Sicht ein Stein in den Weg gelegt worden ist, den sie aus eigener Kraft nicht wegschießen können. Angefangen hat alles damit, dass der Abteilung des Eissportvereins Pfronten ihre traditionelle Trainingszeit am Dienstagabend im Eisstadion gestrichen - und als Ersatz der Sonntagvormittag angeboten wurde.

«Nicht annehmbar», befinden die Schützen. Die Gründe dafür lägen auf der Hand: «An Wochenenden finden Turniere statt», sagt Mörz. Und falls nicht, gehöre der Sonntag dem Familienleben der Spieler. Und die fordern eine verträglichere Lösung. Die aber ist bisher nicht gefunden, so dass die Eisstockschützen inzwischen ins benachbarte Füssen ausgewichen sind. Ein Dauerzustand dürfe dies jedoch nicht sein, sagen die Eissportler. «So fehlt jeder Bezug zu Pfronten», sagt Mörz - und fordert vom Verein sowie der Gemeinde eine neue Lösung. In einem ersten Gespräch hat unter der Woche der Vorsitzende des Gesamtvereins, Rudolf Klammsteiner, den Schützen Rede und Antwort gestanden. «Die Eisstockschützen liegen uns am Herzen, wir wollen die Tradition bewahren», macht er klar.

Allerdings sei es nicht einfach, die Kuh vom Eis zu bringen, so Klammsteiner. «Dem Verein sind die Hände gebunden», sagt der Vorsitzende, zumal dem EV Pfronten vertraglich 30 Stunden Eiszeit pro Woche zustehen. Darin sind sechs Nachwuchsmannschaften, die Damen, die Herren sowie die Laufschule mit rund 40 Kindern unterzubringen. Zu viel für die wenige Zeit, um allen, einschließlich der Schützen, gerecht zu werden, für die das Eis zudem speziell zubereitet werden muss. Daher sei der bisherige Termin am Dienstag auch für den Verein ideal gewesen. Den aber gibt die Gemeinde nicht mehr frei - aus verständlichen Gründen.

«Die Belegung für diese attraktive Zeit durch die Eisstockschützen war zu schwach», macht Pfrontens Tourismusdirektor Jan Schubert klar. Zumal immer mehr Anfragen von Hobbymannschaften im Eishockey an die Gemeinde gestellt wurden. Und die müssen im Gegensatz zu den Schützen für ihre Eiszeit zahlen - in Zeiten klammer Kassen ein überzeugendes Argument. Da die Eisstockschützen aber auch der Gemeinde ein Anliegen sind, will Schubert auf den Verein zugehen - und eine bessere Lösung finden. Zumal Eisstockschießen auch im touristischen Angebot der Gemeinde eine wichtige Rolle spielt. Bis dahin bleibt Mörz Hoffnung am Leben.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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