Kempten
Auf die Sonne setzen

Rettenbach am Auerberg (Ostallgäu) ist heuer Gewinner der Allgäuer Solarmeisterschaft, an der sich 61 Kommunen in der Region beteiligt haben. Ausgeschrieben hatte den Wettbewerb das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) und der Bund Naturschutz. Beim gestrigen Energietag im Rahmen der Allgäuer Festwoche wurden die Gewinner ausgezeichnet. Bei der Solarmeisterschaft ging es darum, in welcher Kommune sich - bezogen auf die Einwohnerzahl - die meisten Quadratmeter Solarkollektor-Fläche befinden. Der Landesbeauftragte des Bundes Naturschutz, Richard Mergner, bezeichnete die Allgäuer Solarmeisterschaft als «wichtigen Baustein für eine zukunftsfähige Energiepolitik».

Eine Wende in der Energiepolitik mahnte Werner B. Koldehoff an. Das aus dem Ostallgäuer Görisried stammende Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Solarwirtschaft sagte angesichts der globalen Klimaveränderung: «Es ist nicht fünf vor Zwölf, sondern punkt Zwölf - und das ist noch optimistisch. Die Menschheit habe die Möglichkeit «den Klimawandel zu verzögern, nicht ihn zu vermeiden.» Erste Auswirkungen seien bereits heute spürbar: Neben dem globalen Anstieg der Temperatur und dem Gletscherrückgang beispielsweise in unserer Region die Zunahme von Starkregen und Hochwassern in den vergangenen Jahren. Um den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern, müsse der Anteil der regenerativ erzeugten Energie deutlich erhöht werden. Dabei habe die Sonne das größte Potenzial: «Wir haben sie schätzungsweise noch drei bis fünf Milliarden Jahre, bis sie anfängt zu erkalten.

» Anders die weltweiten Uran-Vorkommen: Die seien bis in etwa 35 Jahren aufgebraucht. Bis zum Jahr 2025 sei die Kernenergie unverzichtbar, «aber dann muss sie weg», mahnte Koldehoff den Ausstieg an.

Dezentrale Strukturen

Koldehoff riet mit Nachdruck zu dezentralen Energieversorgungseinrichtungen statt beispielsweise großer Solarkraftwerke in der Wüste, wie sie große Stromkonzerne favorisieren. Eine zentrale Energieversorgung bedeute immer auch «nackte Abhängigkeit». Es gebe etwa weltweit eine unglaublich große Fläche an Gebäudefassaden, die mit Photovoltaik-Anlagen «zugepackt» werden könnten.

Im vergangenen Jahr erzielte die erneuerbare Energiewirtschaft einen Gesamtumsatz von 33,4 Milliarden Euro. Die Branche wächst überaus schnell: Inzwischen sind im Bereich der erneuerbaren Energien 300000 Mitarbeiter tätig. 2004 waren es noch 160500.

Gewinner der Solarmeisterschaft:

Gesamtwertung: 1. Rettenbach am Auerberg; 2. Görisried; 3. Legau

Kleinstädte: 1. Bad Grönenbach; 2. Ottobeuren; 3. Pfronten

Mittelstädte: 1. Memmingen; 2. Sonthofen; 3. Kaufbeuren

lMit dem European Energy Award wurden - wie berichtet - für ihre nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik ausgezeichnet und beim Energietag nochmals vorgestellt: Wasserburg (Bodensee), Wildpoldsried (Oberallgäu), Pfronten, Murnau (Oberbayern) und Donauwörth. Alle wurden von Eza-Fachleuten beraten. (mun)

Erneuerbare Energien

  • Der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch in Deutschland lag im Vorjahr bei 10,1 Prozent. Tendenz: steigend.

  • Über 40 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stammt von Windrädern. Wasserkraft liefert derzeit in Deutschland rund 20 Prozent, Biogasanlagen 10,7 Prozent. Die Nutzung der Sonnenkraft zur Stromerzeugung über Photovoltaikanlagen ist mit einem derzeitigen Anteil von 6,6 Prozent nach Ansicht von Fachleuten noch ausbaufähig.

Im Internet: www.eza.eu

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