Sulzberg
Auf der Ruine Sulzberg einen Blick ins mittelalterliche Leben werfen

Es war am 20. Juni 1982: Johannes Stöffel, damals Leiter der Sulzberger Außenstelle der Volkshochschule Kempten, hatte zu einer Besichtigung der Burgruine Sulzberg eingeladen. «Während Herr Buhmann als Chef des Allgäuer Burgenvereins über die Geschichte der Burg und die Bedeutung der Herren von Sulzberg und Schellenberg referierte, fiel uns Besuchern der bedenkliche Zustand der Ruine erst richtig auf,» erinnert sich Stöffel bei seinem Vortrag «Sanierung der Ruine von Schloss Sulzberg» anlässlich des Jubiläums 950 Jahre Sulzberg-Moosbach und zum 25-jährigen Bestehen des Burgfreundevereins. Stöffel: «Uns war sofort klar, da muss was getan werden.»

Und es tat sich einiges: Willy Bechteler und Stöffel traten schon bald in den Allgäuer Burgenverein ein, um zu erfahren, wie die ins Auge gefasste Sanierung angegangen und finanziert werden könne. Nach Info-Gesprächen ging es Schlag auf Schlag: Die Gemeinde mit dem damaligen Bürgermeister Günther Steinle übernahm die Bauträgerschaft, die Burg-Besitzerfamilie Hörmann gab ihr Einverständnis und am 4. Juli 1984 signalisierte auch das Landesamt für Denkmalpflege grünes Licht.

Noch im selben Jahr wurde der Verein «Burgfreunde Sulzberg» gegründet, dessen Vorsitzender Bechteler bis heute weder Mühen noch den Einsatz von Eigenmitteln scheute.

Stöffels Dank galt aber auch dem Allgäuer Burgenverein: «Der hat uns gerade in den ersten sieben Jahren der Ruinen-Sanierung bei den Freilegungs- und Erhaltungsmaßnahmen tatkräftig und fachmännisch unterstützt und dabei 5500 Arbeitsstunden geleistet», lobte Stöffel, der die ideellen Leistungen mit zahlreichen Lichtbildern belegte.

Wissenschaftliche Grabungen

Nach Kritik aus der archäologischen Ecke (Stöffel: «Allerdings wollten sich diese Fachleute im Voraus nie konkret auf die Sanierungs-Vorgehensweise festlegen.») ließ man in den Sommermonaten der Jahre 1991/92 durch Studenten der Uni Bamberg wissenschaftliche Grabungen vornehmen, die den Werdegang der Burg erhellten: Aus der ursprünglich bescheidenen Turmburg des 12. Jahrhunderts wurde das trutzige und relativ komfortable «Schloss Sigmundsruh» des späten 15. Jahrhunderts.

Grabungstechniker Peter Pfister legte im Burghof die mit einer Zentimeter dicken Lehmschicht gesicherte Zisterne frei, in die das Regenwasser der umliegenden Dächer geleitet wurde.

Funde wie Kerzenhalter, Gewandschließen, Ofenkacheln, Hufeisen und eine Menge von Rinderknochen verweisen auf damalige Lebensumstände und sind teilweise im heutigen Burgmuseum ausgestellt. Darin können sich im Sommer die vielen Besucher ein Bild vom mittelalterlichen Leben machen und darüber hinaus den Ausblick auf der Aussichtsplattform des Bergfrieds genießen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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