Auf den Spuren der Heiligen Crescentia

Früher war Alois Schopf aus Kaufbeuren viel im Hochgebirge unterwegs, seit einigen Jahren leitet er ehrenamtlich Wanderungen auf dem Crescentia-Pilgerweg. Dieser führt von Kaufbeuren aus über Ottobeuren und Mindelheim wieder zurück in die Wertachstadt.

Der Crescentia-Pilgerweg (86 Kilometer) wurde 2003 eingeweiht. Seitdem können Interessierte auf den Spuren der Kaufbeurer Heiligen Maria Crescentia Höß (1682 – 1744) durch das Ost- und Unterallgäu wandern. Auf dieser Strecke war die Klosterschwester seinerzeit auch öfter unterwegs, um die Klöster in Irsee, Mindelheim oder Ottobeuren zu besuchen.

Alois Schopf las nach der Eröffnung in einem der Kaufbeurer Geschichtsblätter des Heimatvereins von dem Pilgerweg. 'Der Artikel von Marlene Preißinger aus Oberegg hat damals mein Interesse geweckt und ich habe meinen Freunden vorgeschlagen, unseren jährlichen Ausflug 2005 dem Pilgerweg zu widmen', erzählt der Rentner.

Der Vorschlag fand Anklang bei der Gruppe und so organisierte Alois Schopf die erste – damals noch private – Pilgerwanderung: In drei Tagen wurde die gesamte Strecke bewältigt.Wenig später schlug ihn eine Bekannte als Pilgerwegbegleiter Kaufbeuren Marketing vor, das seit einigen Jahren Pilgerwanderungen organisiert. Das Crescentia-Kloster, das zuvor mit dieser Aufgabe betraut war, musste diese aus personellen Gründen abgeben.

Nicht lange gezögert

Und so zögerte der heute 69-Jährige nicht lange und sagte zu. Was einen Pilgerwegbegleiter ausmacht, bekam er von Schwester Irene und Dr. Pörnbacher mit auf den Weg. Dazu gehört unter anderem, dass man Erklärungen zur Landschaft oder Kapellen, Marterln und ähnlichem sowie geistige Impulse geben kann. 'Zudem darf der Erste-Hilfe-Kurs natürlich nicht fehlen, man muss für alles vorbereitet sein', weiß Alois Schopf.

Begleitetes Pilgern

Von April bis Oktober werden dann entweder die gesamte Pilgerstrecke oder die einzelnen Etappen angeboten. Alois Schopf freut sich, in der Natur zu 'arbeiten' und viele neue Menschen kennenzulernen. Die Motive, an einer begleiteten Pilgerwegswanderung teilzunehmen, seien unterschiedlich: Manche wollen einfach zur Ruhe kommen oder abschalten, andere gehen aus religiösen Gründen, aus Dankbarkeit oder sie nehmen Anliegen und Sorgen von sich oder Freunden mit auf den Weg und einige suchen in der Wanderung die sportliche Herausforderung.

Zu beobachten sei aber, dass der ein oder andere Pilger nicht nur einmal an der Wanderung teilnehmen. 'Das freut mich, denn das zeigt ja auch, dass sie den Leuten gefällt', erklärt der Pilgerwegbegleiter zufrieden. Auch privat ist Alois Schopf gerne in der Natur unterwegs.

So hat er bereits Teile des wohl bekanntesten Pilgerwegs, des Jakobswegs in Spanien, erwandert. Jährlich im Frühjahr geht er von Kaufbeuren aus zur Wieskirche bei Steingaden. 'Die gut 40 Kilometer sind sozusagen der Test fürs kommende Jahr', lacht der Rentner. Aber zum Glück seien diese noch kein Problem.

Private Wanderungen

Auf dem Prälatenweg von Marktoberdorf nach Kochel am Kochelsee ist er bereits dreimal gegangen – unter anderem führte er dort eine Gruppe von Freunden. Allerdings fehle ihm noch das letzte Stück bis Kochel. Das dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis der rüstige Rentner auch diese Etappe bewältigt.

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