Benefiz
Auf dem Fahrrad durch Europa - Babenhausener erstrampelt 40.000 Euro für notleidende Kinder

Friedenstour mit Gegenwind - Martin Krick aus Babenhausen radelt für den guten Zweck durch Europa. Knapp 6000 Kilometer von Russland nach Frankreich. Dabei sind 40.000 Euro für Kinder aus Kriegsgebieten zusammengekommen.

Eigentlich ist Martin Krick fast schon eine Art Zeitreisender. Denn auf seiner knapp 6000 Kilometer langen Fahrt mit dem Rad von Russland nach Frankreich bereiste der Babenhauser nicht nur sieben Länder, sondern durchquerte auch 100 Jahre europäische Geschichte.

Von Jekaterinburg, wo 1916 mit der Ermordung des Zaren die Oktoberrevolution begann, über die russischen Kriegsgebiete des Zweiten Weltkriegs, weiter über das einst völlig zerstörte Berlin bis in die Normandie, der Region der Befreiung des verwüsteten Europas durch die Alliierten.

Jeden Schlag, den sein Herz auf dieser Reise machte, verkaufte Krick. So sind 40.000 Euro für das Friedensdorf in Oberhausen zusammengekommen. Insgesamt saß er 33 Tage auf dem Rad, nur zwei davon brauchte er eine Sonnenbrille, an den anderen hat es geregnet.

Knapp 27 Kilo Gepäck hatte er hinten auf sein Rad geschnallt und den Großteil der Strecke, über 4000 Kilometer, hatte Krick Gegenwind. << So ist das, wenn man von Osten nach Westen fährt >>, sagt er.

In völlig neue Welten eingetaucht

Während seiner Friedenstour, wie er die Reise nennt, ist er in zwei völlig neue Welten eingetaucht und hat den Gegensatz zwischen Arm und Reich erfahren.

Einmal hat er bei einer russischen Gastfamilie auf dem Boden geschlafen, zum Frühstück Zwieback und am Abend gemeinsam mit der Familie den traditionell russischen Eintopf Borscht gegessen. An einem anderen Abend hatte er ein bequemes Bett und Scampis mit Kaviar zu Mittag.

Jeden Tag ist der 60-Jährige 150 Kilometer geradelt. Sein Freund, der Ulmer Hartmut Bögel, hat ihn auf einem großen Teil der Strecke begleitet.

Das Wichtigste bei so einer Tour sei der Kopf. << Die Kunst ist, trotzdem weiter zu radeln, auch wenn die Beine nicht mehr wollen >>, erklärt Krick.

Das Geld, das er eingefahren hat, kommt dem Friedensdorf zugute. Die Einrichtung gibt es mittlerweile seit 40 Jahren. Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten, die in ihrer Heimat keine Hilfe bekommen, werden nach Deutschland geholt und medizinisch versorgt.

Bis zu zwei Jahre sind die Kinder im Friedensdorf im nordrhein-westfälischen Oberhausen. Dann kehren sie zurück in ihr Heimatland. Krick kennt die Organisation, die sich ausschließlich über Spenden finanziert, seit vielen Jahren.

Auch im Friedensdorf hat Krick auf seiner Tour haltgemacht. << Was war das doch für ein Empfang durch die Kinder. Es war einer der Höhepunkte, denn letztlich ist das Spendensammeln die Hauptmotivation für die Quälerei der letzten Wochen >>, notierte er in sein Tagebuch.

Mit solchen Extrem-Touren ist jetzt aber Schluss. << Das sollen künftig die machen, die noch 20 Jahre jünger sind als ich >>, betont Krick.

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