Auf dem Abstellgleis

von volker geyer | Memmingen Harsche Kritik üben Berufspendler am jüngsten Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn AG. Sie bemängeln vor allem die längeren Fahrzeiten zwischen Memmingen und München. Dem hält die Bahn entgegen, dass geplante Bauarbeiten von Mai bis Oktober Grund für die entsprechenden Änderungen seien.

Sauer auf stoßen den Pendlern vor allem die Züge, die um 6 und um 6.22 Uhr von Memmingen nach München fahren. Hier hat sich die Fahrzeit gegenüber dem alten Fahrplan von eineinhalb Stunden auf etwa eine Stunde und 45 Minuten erhöht. 'War die Fahrzeit mit rund 1,5 Stunden schon bisher eine Zumutung und entsprach der Dampflokverbindung vor 40 Jahren, so hat man uns Memminger nun auf Vorkriegsniveau zurückgesetzt', ärgert sich Gerhard Wipijewski, der täglich mit dem Zug nach München zur Arbeit fährt. Darüber hinaus bemängelt er, dass in den ersten Tagen nach der Fahrplanumstellung die Lok für den Sechs-Uhr-Zug zu spät und einmal sogar gar nicht gekommen sei. 'Die Memminger Pendler werden immer deutlicher aufs Abstellgleis geschoben', schimpft der 41-Jährige

'Situation ist desaströs'

Ähnlich sieht es der Memminger SPD-Landtagsabgeordnete Herbert Müller, der drei bis vier Mal pro Woche mit dem Zug nach München fährt: 'Die Situation ist desaströs.' Zudem seien die Züge in Bayern 'mit schweizerischer Präzision unpünktlich'. So würde etwa der EC , der um 16.32 Uhr von München nach Memmingen aufbricht, permanent zu spät in der Maustadt ankommen, 'weil er bis Geltendorf hinter der S-Bahn herfahren muss'.

In Bezug auf den neuen Fahrplan hat die Bahn auf Wipijewskis Beschwerde hin folgendes geantwortet: 'Wir bedauern, dass wir mit dem Fahrplanwechsel im Dezember nicht mehr die gewohnten Fahrzeiten von 1,5 Stunden von Memmingen nach München anbieten können und möchten uns dafür entschuldigen.' Als Ursache für die Änderungen nennt die Bahn schließlich Bauarbeiten von Mai bis Oktober diesen Jahres zwischen Buchloe und Kempten. Diese Begründung empfinden Müller und Wipijewski als 'höchst eigenartig'.

Was die verspätete Bereitstellung des morgendlichen Zugs nach München anbelangt, gab es diese Probleme laut Bahn nur in den ersten Tagen nach der Umstellung. 'Das ist richtig', bestätigt Wipijewski. In Müllers Augen 'kann es aber nicht sein, dass die verspätete Zugbereitstellung erst nach dem Fahrplanwechsel und entsprechenden massiven Kundenbeschwerden ‘behoben’ wird'. Seiner Meinung nach hätte es bei sorgfältiger Planung zu diesen logistischen Problemen gar nicht kommen dürfen. 'Das alles ist leider eine Einladung, sich von der Bahn abzuwenden', so der Abgeordnete.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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