Kempten
Auch Lehrer fangen am ersten Schultag neu an

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Schüler und Lehrer in Stadt und Land hatten gestern den ersten Schultag. Ein besonderes Schuljahr haben dabei zwei Pädagoginnen an der Suttschule vor sich. Annegret Chronz leitet eine der zwölf neuen Migrationsklassen in Kempten. Und für Silke Berger, die frisch von der Uni Eichstätt kommt, fing der Ernst des Berufslebens an. Die AZ sprach mit den beiden.

Unterricht vor nur 14 Kindern - eine ganz neue Erfahrung für die altgediente Lehrerin Annegret Chronz. Seit 1990 ist sie an der Suttschule, «aber so eine kleine Klasse hatte ich noch nie.» Eine Riesen-Chance für die Kinder sei das. Neun der Viertklässler haben einen Migrationshintergrund. Ihre Eltern stammen aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien, Russland, Marokko und Asien. Und manche tun sich mit der deutschen Sprache nicht eben leicht. So wie der russische Bub, der erst kürzlich ins Allgäu kam und kaum ein Wort Deutsch spricht.

«Ich kann mich jetzt um jedes einzelne Kind besser kümmern, jedes vorsprechen lassen und natürlich auch speziell mit diesem Jungen arbeiten», freut sich Chronz über die guten Bedingungen. Dabei habe sie schon gemerkt, «dass das in einer so kleinen Klasse ein ganz anderes Arbeiten ist», meint die Lehrerin.

Mit den Kindern hat sie am ersten Tag nicht nur Mathe und Deutsch geübt, sondern auch einen Stuhlkreis gebildet und über Urlaubsländer oder Planeten gesprochen. Für die Schüler sei es noch eine ungewohnte Situation, dass ihre vertraute Gemeinschaft in zwei Klassen aufgeteilt wurde. Ihre Eltern hingegen hätten sich gestern durchwegs positiv geäußert. «Mein Wunsch ist es», beteuert Chronz, «dass es künftig mehr Kinder mit Ausländerhintergrund ins Gymnasium schaffen.» In den Migrationsklassen seien sie auf dem besten Weg dazu.

Erst nächste Woche wird's ernst

«Mein erster Schultag war gar nicht so aufregend wie man meinen könne», lacht ihre neue Kollegin Silke Berger. Schließlich sei sie in den Praktika während des Studiums schon öfter vor Klassen gestanden. Und gestern war sie nur Beobachterin und schaute ihrer Betreuungslehrerin Julia Heinl in der zweiten Klasse über die Schultern. Erst nächste Woche wird es für die 23-Jährige ernst. An drei Wochentagen unterrichtet Berger dann in zwei Klassen Heimat- und Sachkunde sowie Sport. Die restlichen beiden Werktage wird sie mit anderen Referentaren in einem Seminar verbringen, in dem es um Theorie und Erfahrungsaustausch geht.

Glücklich ist die Neuburgerin, «dass ich im Allgäu arbeiten darf, wo andere ihren Urlaub verbringen.» Dass sie an eine Schule kommt, in der besonders viele ausländische Kinder unterrichtet werden, ist für sie kein Problem. Dafür ist die 23-Jährige bestens gewappnet. Schließlich hat sie über genau dieses Thema ihre Zulsassungsarbeit geschrieben.

Das Ziel für ihr erstes Berufsjahr? «Ich möchte sagen können, dass ich jedes Kind bestmöglich gefördert habe und keines auf der Strecke blieb.» Und sie wolle möglichst viele Erfahrungen für das nächste Schuljahr sammeln. Dann nämlich wird die Lehramtsanwärterin eine eigene Klasse übernehmen.

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