Marktoberdorf
Auch Jazz liegt ihm am Herzen

Peter Kleine Schaars gilt in Europa und darüber hinaus als einer der Spezialisten für moderne Unterhaltungsmusik im Blasorchester. Trotzdem will der 46-jährige Niederländer, der auf seinem Hauptinstrument Posaune sowohl eine klassische wie eine Jazz-Ausbildung genossen hat, nicht darauf festgelegt werden. Für ihn zählt in der Musik nur die Qualität.

Kleine Schaars weilt derzeit als «composer in residence» an der Marktoberdorfer Musikakademie, wo er im Rahmen des Kompositionsseminars «wind-richtung» sein Wissen an Musiker weitergibt, die bereits erste Erfahrungen in Komposition und Arrangement gemacht haben. Drei seiner acht Kursteilnehmer haben sich schon einen Namen in der Blasmusikszene gemacht: der Unterfranke Wolfgang Heinrich, dessen «Konzertsuite Nr.1 in F» in Bayern bereits Pflichtstück in der Oberstufe war, die Mannheimerin Andrea Csollany und der Italiener Marco Somadossi.

Jazzposaunisten lenkten das Schaffen von Kleine Schaars in Richtung leichter Musik. Schon früh spielte er in Bigbands, Salsagruppen, Theaterorchestern und Dixie-Combos. «Da haben Posaunisten immer schöne Sachen zu tun.»

Sein erstes Arrangement entstand für eine Musikschul-Bigband. Da dort nur drei Posaunen besetzt waren, musste er die erste Posaune für Horn umschreiben. «Da habe ich zum ersten Mal entdeckt, dass nicht jedes Instrument so klingt, wie es notiert ist», gesteht er schmunzelnd. Über Umwege und durch Empfehlung des Militärkapellmeisters Gert Buitenhuis (unter anderem erster Dirigent des Euregio-Blasorchesters) trat er Ende der 1980er Jahre in die «Marinierskapel» (Marinekapelle) ein. Nach einjähriger Probezeit wurde er übernommen. «Du passt unglaublich gut in dieses Orchester» sagte man ihm damals.

Die Konzertdramaturgie des Orchesters (vor der Pause seriöse Konzertmusik, nach der Pause Unterhaltungsmusik mit Show-Elementen) passte hervorragend zum musikalischen Verständnis von Kleine Schaars. Unter Buitenhuis Nachfolger Maurice Hamers war Kleine Schaars als Vizedirigent für die Einstudierung der Unterhaltungsmusik zuständig und hat manchmal auch ganze Konzerte dirigiert.

Tonmeister bei Verlag de Haske

Nach 15 Jahren verließ Kleine Schaars 2002 die Marinierskapel. «Es waren schöne Jahre, aber ich hatte das Gefühl, mich nicht mehr weiterentwickeln zu können.» Er nahm eine Stelle als Redakteur und Tonmeister beim Verlag De Haske an, wo auch seine Kompositionen und Arrangements verlegt werden. .

Außerdem gibt er seine Erfahrungen bei Seminaren und Workshops weiter. «Es ist eine schöne Sache, sein Wissen anderen Leuten zu vermitteln.» Derzeit dirigiert er das holländische Polizei-Orchester, den Musikverein Advendo Faneker, den Musikverein Gruno Postharmonie Groningen.

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