Mindelheim / Unterallgäu
Auch Bauschutt muss recycelt werden

Bauschutt ist auch ein Wertstoff und soll recycelt werden. Dies ist der Hintergedanke einer Verordnung der Bundesregierung. Deshalb wurden die Anforderungen an Deponien verschärft: Eine Übergangsregelung laufe diesen Monat aus, so Sachgebietsleiter Anton Bauer im Umweltausschuss des Landkreises. Drei der vier noch bestehenden Deponien der Klasse 0 seien deshalb Mitte des Monats geschlossen worden.

Es handelt sich um die Anlagen in Kirchdorf, Markt Wald und Egg an der Günz. Lediglich Breitenbrunn könne nach baulichen Verbesserungen noch weiter betrieben werden, weil dort dann Boden und Grundwasser dauerhaft geschützt seien.

In einer Deponie der Anlage 0 können laut Bauer mineralische Bauabfälle wie Bodenaushub, Straßenaufbruch, Beton, Ziegel, Keramik und Fliesen sowie Glas verwertetet werden. Allerdings durften Gipskartonplatten, künstliche Mineralfasern und asbesthaltige Abfälle schon seit einigen Jahren nicht mehr an Bauschuttdeponien angenommen werden.

In Zukunft soll alles getrennt erfasst, aufbereitet und wiederverwendet werden. Bauer zeigte anhand von Zahlen, dass es sich durchaus um größere Mengen handelt. Allein im Unterallgäu wurden im Jahre 2008 von 113000 Tonnen mineralischer Abfälle rund 95000 Tonnen verwertet. Dies sei eine Verwertungsquote von 84 Prozent, Tendenz steigend. Man sei damit weit über den von der EU angestrebten Richtzahlen.

Dennoch bestehe kein Grund, dass der Bürger nun auf seinem Bauschutt sitzen bleibe oder gar über Gebühr finanziell belastet werde. «Im Landkreis steht flächendeckend eine Reihe von privatwirtschaftlich betriebenen Bauschuttrecycling-Anlagen zur Verfügung, sodass die Verwertung keine Probleme bereitet», so der Sachgebietsleiter.

Finanziell müsse die Bauschuttaufbereitung nicht aufwendiger sein als die Deponierung. Je nach Art und Größe des Bauschutts koste die Aufbereitung zwischen sieben und 13 Euro je Tonne. Damit würden die Kosten in etwa gleich bleiben. Größere Betonteile aus Abbrüchen industrieller Bauwerke würden etwas mehr kosten, da eine vorherige Zerkleinerung notwendig sei.

Kleinmengen bis 100 Liter dürfen nun kostenfrei an den Wertstoffhöfen abgeliefert werden. Damit möchte der Landkreis laut Landrat Hans-Joachim Weirather verhindern, dass die Bürger den Bauschutt irgendwo in der freien Natur abladen. Der Kreis werde deshalb auf allen Wertstoffhöfen, wo es der Platz zulasse, entsprechende Container installieren.

Service belastet Müllhaushalt mit fast 40000 Euro

Dieser künftige Service des Kreises wird den Müllhaushalt, so Bauer, mit fast 40000 Euro belasten. Diese könnten bei einer zukünftigen Anpassung der Gebühren mit eingearbeitet werden. Weiter kündigte Bauer an, dass der aufbereitete Bauschutt wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden soll. Es sei bei öffentlichen Ausschreibungen darauf zu achten, dass verstärkt Recyclingbaustoffe verwendet werden.

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