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Auch auf dem Wochenmarkt in Kaufbeuren ist EHEC ein Thema

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Zwar stellt sich gestern im Laufe des Tages heraus, dass möglicherweise Salatgurken aus Spanien die Bakterieninfektion EHEC ausgelöst haben könnten. Aber gestern morgen auf dem Wochenmarkt sind noch etwas andere Fragen zu hören. Wie etwa: «Das ist doch nicht aus Norddeutschland, oder?».

An gewöhnlichen Donnerstagen wäre diese Frage an den Ständen vielleicht gar nicht, bestimmt jedenfalls nicht so häufig gestellt worden. Der gestrige Markt aber steht auch in der Wertachstadt im Zeichen von EHEC. Dieses Bakterium, das in den vergangenen Tagen ungewöhnlich viele Menschen, insbesondere eben in Norddeutschland, zum Teil lebensgefährlich, teils gar tödlich erkranken ließ, bewegt die Verbraucher. Panische Reaktionen gibt es aber nicht.

<< Das ist doch jedes Mal dasselbe >>, sagt Bernhard Fischer. Er verkauft mit seinen Kollegen Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt. << Immer, wenn die Medien etwas über irgendwelche Krankheiten berichten, machen sich alle verrückt. Dabei ist das total übertrieben. >> Fischer baut in Meckenbeuren am Bodensee selbst Obst an. Seinen Gemüselieferanten vertraut er voll und ganz.

Die kommen von der Reichenau bei Konstanz oder aus der Pfalz. << Man merkt schon, dass die Leute skeptisch sind. Sie fragen nach, woher die Produkte kommen und der Umsatz ist auch ein wenig zurückgegangen >>, so Fischer weiter. Das Robert-Koch-Institut warnte vor dem Verzehr von Salatgurken, Blattsalaten und rohen Tomaten, insbesondere aus dem hohen Norden. Von dort bezögen die hiesigen Händler aber nur Anfang März das Gemüse. << Die bauen zehn Tage vor uns an.

>> Danach sei das kein Thema mehr. Man achte auf die Regionalität der Produkte. Theresia König ist oft auf dem Kaufbeurer Wochenmarkt unterwegs. Sie habe gar keinerlei Bedenken in Sachen EHEC. << Sollen sich die anderen doch verrückt machen >>, sagt die 70-jährige Kaufbeurerin. Sie findet, man wisse noch viel zu wenig über diese Darmbakterien. Hygienevorschriften halte sie ohnehin ein. << Ich wasche beispielsweise meine Salate immer mit Essigwasser. Das tötet Keime ab und schmeckt auch noch gut. >>

Es gibt auch Wochenmarktbesucher, die Bedenken haben. Susanne Beck ist eine davon. Die werdende Mutter hat Gurken und Radieschen gekauft. << Ich frage schon nach, ob die Produkte tatsächlich aus der Region kommen >>, so die 31-Jährige. Gerade Schwangere sollten sich nach Ansicht von Experten eigentlich hüten, rohes Obst oder Gemüse zu essen.

Aber generell beruhigt Beck die Tatsache, dass die vier in Bayern bestätigten EHEC-Fälle mit Produkten von woanders her in Zusammenhang stehen. << Mit regionalem Gemüse bin ich auf der sicheren Seite. >>

<< Verläuft im Sand >>

Peter Meirose beschäftigt sich überhaupt nicht mit dem Thema EHEC. Er ist mit seiner Enkelin Emilia auf dem Wochenmarkt und hat Gemüse gekauft. Der 64-jährige Marktoberdorfer glaubt, dass die Aufregung um den Erreger bald wieder vorbei sein wird. << Genauso wie bei der Schweinegrippe verläuft sich das alles sozusagen im Sand. >> Schon vorhandene Hygieneregeln werden bei ihm zu Hause deshalb nicht verschärft.

Und nachdem sich gestern herausstellte, dass nun Gurken aus Spanien mit den EHEC-Fällen in Deutschland stehen könnten, wird die Sache in der kommenden Woche auf dem Kaufbeurer Markt mit seinen regionalen Produkten wohl kein Thema

mehr sein.

Bei Fragen im Zusammenhang mit EHEC bietet die DAK für alle Interessierten ein Info-Telefon an. Die Nummer lautet: 0180/1000 742.

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