Aitrang
Auch auf dem Land seniorengerecht wohnen

Wie wollen Aitranger Bürger im Alter leben? Welche Bedürfnisse gibt es? Welche Probleme entstehen, und wie und durch wen sind sie zu lösen? Mit einem Seniorenkonzept will die Gemeinde Aitrang solche Fragen angehen. Zusammen mit dem Landratsamt Ostallgäu lud sie zu einer gut besuchten Informationsveranstaltung ins Gasthaus Ziegerer ein.

Viele Fragebögen kommen beantwortet zurück

Zentrales Thema sollte dabei das «Betreute Wohnen» sein, das Bürgermeister Jürgen Schweikart zutreffender als «Senioren-Wohnen» bezeichnen wollte. 650 Fragebogen waren im Frühjahr verteilt worden, mehr als 100 kamen zurück. Eine weitere Befragung steht an. Ziel sei es, in das Seniorenprojekt in den nächsten Jahren hineinzuwachsen. Das, was gewünscht werde, wolle man «miteinander auf die Füße stellen», so Schweikart.

Ein ehrenamtlicher Arbeitskreis von Gemeinderäten und Bürgern soll das Senioren-Wohnprojekt, wenn der Bedarf vorhanden sei, vorantreiben und möglich machen. Etwa mit einem Investor oder der Gemeinde als Träger. Man wolle nicht zu groß und nicht am Bedarf vorbei planen. Alternativ dazu, so Schweikart, sei auch eine breitere Förderung des barrierefreien Wohnens im bisherigen Zuhause durch die Gemeinde denkbar.

Ein ehrenamtlicher Fahrdienst, Nachbarschaftshilfen und ein «Seniorenflyer» sind ergänzend vorgesehen.

In einem engagierten Vortrag stellte Alexander Zoller, am Landratsamt für die Umsetzung des vom Kreistag verabschiedeten Seniorenpolitischen Konzeptes zuständig, dessen Ziele und Maßnahmen vor. So sollten «schrittweise und passgenau» Lösungen für jede Gemeinde gefunden werden. Dazu zähle, bezahlbaren barrierefreien Wohnraum in zentraler Lage zu schaffen und, beispielsweise mit Betreutem Wohnen, die Selbständigkeit im Alter zu erleichtern.

Rund 460 Euro Grundkosten für Zwei-Zimmer-Wohnung

«Betreutes Wohnen» bedeute jedoch keine umfassende Betreuung, sondern «Unabhängigkeit mit einem Sicherheitsnetz». Neben den abgeschlossenen Wohnungen gebe es einen Gemeinschaftsraum und ein Angebot an Veranstaltungen. Bei Bedarf sei Hilfe greifbar, etwa durch Notrufsicherung, Beratung, verschiedene Dienste. Doch Pflegedienste benötigten eigene Verträge.

Weitergehende Betreuungsleistungen müssten eigens bezahlt werden und seien in der Betreuungspauschale, die sich neben Miete und Nebenkosten meist zwischen 40 und 100 Euro bewege, nicht enthalten. Insgesamt rechnete Zoller für das «Betreute Wohnen» in einer Zwei-Zimmer-Wohnung Kosten von rund 460 Euro aus. Mit Lebenshaltung und eventuellen zusätzlichen Pflege- und Versorgungskosten müsste man monatlich über etwa 1200 Euro verfügen.

Überwiegend positiv wurde das Senioren-Wohnprojekt von den Teilnehmern des Informationsabends gesehen. Konkrete Fragen wurden speziell zu finanziellen Details eines Umzugs ins «Betreute Wohnen» gestellt. Was, nach dem Beifall zu schließen, viele bewegte, sprach einer der Bürger aus: «Man soll versuchen, gesund zu bleiben, dass man das gar nicht braucht.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen