Memmingen
«Attraktion» oder «Fremdkörper»?

Fritz Halder möchte sein Hotel Weisses Ross erweitern und ein neues Gebäude in der Kalchstraße errichten. Die Baulücke, die dadurch geschlossen würde, liegt allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Um die beiden Hotel-Trakte miteinander zu verbinden, plant der Hotelier im Rahmen des Fünf-Millionen-Euro-Projekts einen Steg aus Glas über die Kalchstraße. Gegner des Projekts kritisierten, dass ein Steg den Blick auf das historische Straßenbild stören würde (wir berichteten). Letztlich muss der Stadtrat eine Entscheidung treffen.

Indes erreichten uns nach einem Leseraufruf zahlreiche Zuschriften, in denen sowohl Argumente für als auch gegen den Steg geäußert wurden. Hier eine Auswahl der Meinungen, die wir aufgrund der Fülle nur gekürzt wiedergeben können:

«Immer wenn ich durch die Kalchstraße gehe, stört mich der desolate Bretterzaun vor der Baulücke. Der Steg aus Glas würde mich nicht stören», schreibt Willi Binder aus Memmingen.

Dagegen meint Luise Rößle aus Heimertingen: «Muss das sein, dass in der Brunnenstadt jetzt auch noch Brücken beziehungsweise Stege entstehen. Ich würde dem Gastronomen einen unterirdischen Gang vorschlagen.

» Auch der Memminger Helmut Plum steht dem Steg kritisch gegenüber: «Verunstaltungen der historischen Altstadt sehen wir schon zur Genüge! Ob von den Stadträten - die für solche Umgestaltungen die Verantwortung tragen - dieser Trend gestoppt wird, ist sehr unwahrscheinlich.»

Dagegen ist Maria Weisner der Ansicht, dass der Steg «sehr gut in die leider nie richtig angenommene Kalchstraße passen würde». In den Augen der Memmingerin würde die Stadt dadurch «um eine Attraktion reicher» und das leere Grundstück dort endlich bebaut.

Auch Herbert Cantow könnte sich mit einem Steg «anfreunden», wenn er mit Glas verwirklicht wird: «In seiner filigranen Bauweise würde er das Bild der Kalchstraße nicht auffallend stören.» So sieht es auch Barbara Mesch aus Markt Rettenbach: «Mir gefällt die Planung. Die Stadträte sollten sich glücklich schätzen, wenn Geschäftsleute Geld investieren. Heute gibt es für fast alles mehr Gegner als Leute, die Verantwortung tragen und Risiken auf sich nehmen. Wenn keine Neuerungen zugelassen werden, dann wird aus der Altstadt bald eine alte Stadt.»

Ganz anders sehen es die beiden Memmingerinnen Elisabeth Hässler und Ursula Hobelsberger. «Dieser Steg ist ein Fremdkörper im historischen Stadtbild - insbesondere vor dem Hintergrund des Kreuzherrn- und des Martinsturms», schreibt Hässler und Hobelsberger fragt sich: Warum können die Hotelgäste nicht über die Straße gehen? «Die paar Schritte sind doch okay.» (weitere Berichte folgen)

Meinung Leser können ihre Sicht der Dinge an folgende Adresse senden:

Memminger Zeitung

Donaustraße 14

87700 Memmingen

E-Mail: redaktion@mm-zeitung.de

Fax: (08331) 109-188

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