Kempten
«Architektur, die psychisch Kranken Respekt zollt»

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Ein Großprojekt in der schwäbischen Kliniklandschaft nimmt immer konkretere Formen an: Der Neubau der Psychiatrie auf dem Gelände des Kemptener Klinikums an der Robert-Weixler-Straße. Am Freitag zeigten die Verantwortlichen Modelle einer möglichen künftigen Umsetzung und präsentierten die Gewinner des Architektenwettbewerbs (siehe Allgäu-Rundschau).

Dem Neubau sehen sämtliche Verantwortliche freudig entgegen. Professor Dr. Peter Brieger als Vertreter der Bezirkskrankenhäuser Schwabens sieht in der engen Vernetzung von Psychiatrie und Akutkrankenhaus «den modernen Weg: Die Psychiatrie ist eine medizinische Disziplin wie andere auch.» Deswegen sei es eine erfreuliche Aussicht, dass künftig die Patienten einen gemeinsamen Eingang nutzen werden.

Er freute sich an der vorgestellten «offenen lichten Architektur», die den psychisch kranken Menschen Respekt zolle. Die Bezüge nach außen, ins Grüne, unterstützten die Patienten. Unnötige Wege würden durch die enge Anbindung ans Klinikum vermieden. 120 Betten (derzeit 87) und 35 tagesklinische Plätze sollen in der Psychiatrie installiert werden. «Bisher gibt es einfach zu wenig», sagt Brieger.

Knifflige Aufgabenstellung

«Komplexe Aufgaben waren zu lösen», führte Baureferentin Monika Beltinger aus. Unterschiedliche Klinikfunktionen waren so anzuordnen, dass sich Synergien ergeben und trotzdem eigene Bereiche entstehen. In dem Bauabschnitt enthalten ist auch eine Erweiterung des Akutkrankenhauses. In den Bestand einfügen sollte sich die neue Anlage und einen repräsentativen gemeinsamen Eingangsbereich bieten. Zu berücksichtigen war obendrein ein Hubschrauberlandeplatz.

In «völliger Einigkeit» kürte die Jury die Arbeit der Felix + Jonas Architekten zum Sieger des Wettbewerbs. Zwei U-förmige Gebäude sind als Neubauten vorgesehen, die interessante Innenhof-Situationen eröffneten, erklärte Beltinger, die für die Preisrichter sprach. Auf einem weiteren Trakt kann der Helikopter starten und landen.

Das notwendige Volumen sei gelungen in die Hangsituation eingebettet. «Sehr gut umgesetzt» sei die Funktionalität.

Zwei dritte Preise wurden vergeben an KSP Engel und Zimmermann, München, sowie an Sander Hofrichter Architekten, Ludwigshafen.

Als nächstes folge nun die Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium. Und es seien noch etliche Unwägbarkeiten mit dem Projekt verbunden hieß es. Wenn alles zügig über die Bühne gehe, können sich die Verantwortlichen eine Inbetriebnahme für 2014 vorstellen. Aber da sei nichts spruchreif.

Drei Wochen lang sind die Architektenarbeiten im Klinikum ausgestellt.

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