Kempten
Archäologen räumen im Juli für Bauarbeiter das Feld

Unter Hochdruck laufen derzeit die Arbeiten rund um dem St. Mang-Platz. Noch bis Juli sind Archäologen und Ausgräber am Werk, danach soll mit der Platzgestaltung und dem Bau des unterirdischen Schauraums begonnen werden. Wie mehrfach berichtet, werden in dem Schauraum die erhaltenen Mauern der mittelalterlichen Erasmuskapelle ausgestellt, eine Bild- und Tonpräsentation soll die Besucher entführen in das Leben im historischen Kempten.

Archäologie Schon seit einigen Wochen, so berichtet Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber, wird auf dem Gelände zu Füßen der St. Mang-Kirche wieder im Untergrund gegraben. Und zwar an den Stellen, die für den Abgang in den Schauraum und die Überdachung ohnehin freigelegt werden müssen. Dabei wurden weitere Knochen geborgen - auf dem Gelände befand sich einst der mittelalterliche Friedhof. Insgesamt wurden über 400 Skelette gefunden. Fünf bis zehn Skelette sollen noch anhand der Radiokohlenstoffdatierung (C14) zeitlich genauer eingeordnet werden. Bei der C14-Datierung wird mithilfe des Kohlenstoffgehalts das Alter eines Materials festgestellt. Ein Skelett sei beispielsweise unter dem später angebauten Chor des Gotteshauses gefunden worden, so Weber. Über eine Altersbestimmung könnte man daher feststellen, wann genau der Chor hinzugefügt wurde.

Im Chor könnten die ausgegrabenen Ur-Kemptener dann auch ihre endgültig letzte Ruhestätte finden, so Weber. Man prüfe derzeit, ob die Skelette dort - und damit direkt an den Schauraum angrenzend - erneut bestattet werden können. Von der Idee, einige Gebeine im unterirdischen Schauraum auszustellen, sei man inzwischen wieder abgerückt. Im Juli werden die Ausgräber den Bauarbeitern Platz machen. Dann wird auch das Zelt abgebaut, das die Funde derzeit noch schützt.

Schauraum/Medienkonzept An der Film-, Bild-, Ton- und Lichtpräsentation für den Schauraum wird laut Weber bereits eifrig gefeilt. Maximal 20 Minuten sind dafür vorgesehen, den Besuchern des Schauraums die Kemptener Geschichte näherzubringen.

Zuschüsse Insgesamt 1,4 Millionen Euro kostet der Schauraum. 300000 Euro sind bereits durch das Konjunkturpaket zugesagt. Für den Herbst erwartet Weber außerdem Antwort auf seine Zuschuss-Anfragen bei der bayerischen Landesdenkmalstiftung und einem Sonderprogramm für Denkmalschutz. Zudem wurde ein Förderantrag bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gestellt (Antwort erst 2010).

Platzgestaltung/Bauarbeiten Wie genau die Bauarbeiten vonstatten gehen und wann Platz und Schauraum fertiggestellt werden, ist laut Baureferentin Monika Beltinger noch unklar. Bis zur Juni-Sitzung des Bauausschusses sollen die Planungen aber stehen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen