Arbeitsmarkt
Arbeitslosenquote in Kaufbeuren steigt leicht an

Der erwartete sommerliche Statistikknick ist nun da. Doch Oliver Wackenhut, stellvertretender Leiter der Kaufbeurer Arbeitsagentur, sieht trotz eines leicht abgeschwächten Jobaufschwungs keine Trendwende auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Er rechne für die kommenden Monate trotz der eingetrübten allgemeinen Konjunkturaussichten mit keinem größeren Abbau der Arbeitslosigkeit. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei weiterhin hoch, so Wackenhut.

Für die Mitarbeiter der Arbeitsagentur ist die Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt zwischen Kaufbeuren und Buchloe etwas Bekanntes. Die Zahl der Betroffenen ist von Juni auf Juli um 48 auf 1635 gestiegen.

Damit liegt die Quote nun bei 3,6 Prozent. In der Stadt Kaufbeuren sind traditionell etwas mehr Menschen betroffen; dort liegt die Quote bei 5,3 Prozent. 'Der Anstieg ist saisonal üblich und auf die Zugänge der Ausbildungsabsolventen zurückzuführen, die im abgelaufenen Monat ihre Schul- oder Berufsausbildung beendet haben', so Wackenhut.

In Zahlen: 219 Jugendliche unter 25 Jahren waren im Juli arbeitslos gemeldet. Das ist ein Plus von 25 im Vergleich zum Vormonat. Doch auch daraus sei kein Trend abzuleiten, so Wackenhut.

'Einige der Betroffenen haben bereits ein Anschlussarbeitsverhältnis in Aussicht oder werden ab Herbst eine weiterführende Schule besuchen oder ein Studium beginnen.' Anders sieht es bei den älteren Arbeitslosen ab 50 Jahren aus. Deren Zahl stieg leicht an und bewegt sich weiterhin konstant auf hohem Niveau.

Langzeitvergleich

Insgesamt stellt sich der hiesige Wirtschaftsraum laut Wackenhut jedoch wie bisher positiv dar. Das belege der Langzeitvergleich. Denn dem kurzfristigen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 3,6 Prozent stehe die aussagekräftigere langfristige Entwicklung gegenüber.

So lang die Juli-Quote vor einem Jahr höher, nämlich bei 3,8 Prozent. Auch unter den jungen Arbeitslosen gab es im Juli 2011 zehn Betroffene mehr.

Wackenhut betont, dass die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen weiterhin stark ausgeprägt ist, ebenfalls deutlich höher als vor zwölf Monaten. So ist die Zahl der gemeldeten offenen Arbeitsstellen nun zwar um 27 Stellen auf 356 gesunken. Im Jahresvergleich bleibt aber die gute Bilanz: unterm Strich 82 Arbeitsstellen mehr.

Jobangebote gibt es derzeit vor allem in den Bereichen Metallverarbeitung, Maschinenbau und Elektro sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen. Zudem werden noch immer viele Arbeitskräfte im Baugewerbe gesucht. Ähnlich gut sieht es auf dem Ausbildungsmarkt aus.

Im Juli waren im Bezirk der Kaufbeurer Arbeitsagentur noch 156 gemeldete Lehrstellen unbesetzt. Dem standen 111 registrierte Bewerber gegenüber, die noch keinen Platz gefunden haben.

Schulabgänger täten gut daran, Flexibilität bei der Wahl ihres Berufes an den Tag zu legen, rät Wackenhut. Unternehmen sollten zudem auf den ersten Blick schwächeren Bewerbern Chancen geben.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ