Arbeitsmarkt
Arbeitslosenquote im Allgäu geht zurück - bester April seit zehn Jahren

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Der April 2011 ist für die Arbeitsagentur Kempten, die fast das ganze Allgäu abdeckt, der April mit den wenigsten Arbeitslosen in den vergangenen zehn Jahren. Damit setzte sich die positive Entwicklung des Vormonats fort.

Die Arbeitslosenzahl sank im Vergleich zum März um 800 Personen auf 8632. Die Arbeitslosenquote ging von 3,8 auf 3,5 Prozent (April 2010: 4,5) zurück. Ebenfalls gut sind die Zahlen in den Wirtschaftsräumen Memmingen und Mindelheim. Dort ging die Quote jeweils von 2,9 auf 2,4 Prozent zurück.

Schlusslicht ist im Vergleich der Landkreise im Moment das Oberallgäu. Wie in den vergangenen Jahren meldeten sich dort mit dem Ende der Wintersaison viele Angestellte aus der Hotel- und Gastronomiebranche arbeitslos. Aus dem Grund liegt die Quote bei der Agentur in Sonthofen derzeit bei 4,5 Prozent.

Im Bereich der Kemptener Agentur gab es im April über 3000 freie Stellen. Vor einem Jahr waren es rund 1600. Im Wirtschaftsraum Mindelheim waren es 425 (2010: 376) und im Großraum Memmingen 791 (2010: 687). Gefragt sind derzeit vor allem Fachkräfte - und zwar sowohl in der Gastronomie als auch in der Metall- und Elektrobranche.

Bedarf an Leiharbeitern

1065 Stellenangebote kommen bei der Kemptener Agentur von Zeitarbeitsfirmen. Davon entfällt wiederum mit 526 Jobs etwa die Hälfte auf die Geschäftsstelle in Lindau. Dort haben besonders exportorientierte Branchen wie Autozulieferer und Kunststoffverarbeiter im Moment immensen Bedarf, sagt Herbert Mühlegg, Sprecher der Agentur Kempten. Allerdings gebe es hier auch Überscheidungen, da eine Stelle nicht selten an mehrere Zeitarbeitesfirmen gemeldet werde.

Durch den Wirtschaftsaufschwung fehlen nicht nur im Allgäu Fachkräfte, auch die Anreinerstaaten, etwa in der Bodenseeregion, sind davon betroffen. In Vorarlberg zum Beispiel gibt es derzeit etwa 15800 Grenzgänger. Wenn nun ab 1. Mai der EU-Arbeitsmarkt für die acht neuen Mitgliedsländer aus dem Osten geöffnet wird, rechnet Mühlegg jedoch nicht mit negativen Auswirkungen.

Im Gegenteil: «Es wird eher einen positiven Effekt haben», sagt er. Denn bereits jetzt würden im Allgäu pro Jahr rund 800 Saisonarbeitskräfte - unter anderem aus Polen, Tschechien und der Slowakei - beschäftigt.

Es handelt sich dabei laut Mühlegg zu einem Großteil um Helfer in der Landwirtschaft, aber auch in der Gastronomie. «Das sind oft gut ausgebildete Leute, die unseren Arbeitsmarkt bereichern und keine Stellen wegnehmen», sagt er. Und sie könnten künftig ohne Arbeitserlaubnis und damit einfacher in der Region tätig werden. Auch in Vorarlberg rechnet man nicht mit großen Auswirkungen durch die Grenzgänger. Gesuchte Facharbeiter bekamen dort bereits bisher problemlos eine Arbeitserlaubnis.

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