Kempten
Arbeitsagentur: Viele Jüngere von Wirtschaftskrise betroffen

Miriam ist seit über einem halben Jahr arbeitslos. Bewerbung um Bewerbung hat die 21-jährige Hauswirtschafterin seither geschrieben - erfolglos. Mit ihrem Schicksal ist Miriam nicht allein: Fast 430 15- bis 25-Jährige aus Kempten und dem nördlichen Oberallgäu waren im vergangenen Monat arbeitslos gemeldet. Zum Vergleich: Im Dezember 2008 waren es nur 290, also fast 140 weniger. Tatsächlich, so bestätigt Herbert Mühlegg von der Kemptener Arbeitsagentur, haben durch die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr überdurchschnittlich viele Jüngere ihre Jobs verloren.

«Betroffen sind hauptsächlich die 20- bis 25-Jährigen, die ihre Ausbildung längst hinter sich haben und eigentlich schon mitten im Beruf stehen», sagt Mühlegg. Der Grund? «Die jüngeren Arbeitnehmer sind meist wesentlich leichter zu kündigen als die älteren, die schon einen gewissen Schutz bei der Sozialauswahl genießen.»

Ein Krisen-Phänomen, das deshalb auch nicht nur Kempten betreffe, sondern die gesamte Region: Vom Westallgäu bis ins Ost- und Oberallgäu und die kreisfreien Städte stieg die Zahl der jungen Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahres-Dezember um über 55 Prozent. Ähnlich stark unter der Krise zu leiden haben übrigens auch die über 55-jährigen Arbeitnehmer.

Und doch gibt es Lichtblicke: So gehen die Zahlen bei den jungen Arbeitslosen inzwischen wieder leicht zurück - im November beispielsweise waren es noch 452 gewesen und im Oktober 473 Arbeitslose. Zwei Drittel der Jungen, so sagt Mühlegg, hätten bereits nach drei Monaten den Sprung aus der Arbeitslosigkeit geschafft. Auch deshalb, weil sie vor allem auf eine Weise auf ihre Situation reagieren: «Sie bilden sich weiter, besuchen noch eine Schule oder machen eine neue Ausbildung.»

Auch Miriam will diesen Weg einschlagen, hat die Anmeldung bei der Berufsoberschule im Frühjahr schon fest eingeplant. Zwar hat ihr der gelernte Job immer viel Spaß gemacht - aber ewig arbeitslos bleiben will sie trotzdem nicht. Dann lieber etwas Neues anfangen, zwei Jahre zur Schule gehen und es anschließend in einer anderen Branche versuchen.

Schließlich «zieht es ganz schön runter», ständig Absagen im Briefkasten vorzufinden. Zumal Miriam in ihrem bisherigen Beruf vor dem Problem steht, dass es zwar einige Angebote auf 400-Euro-Basis gebe, aber nur wenige Vollzeitjobs.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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