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Aprilscherz 2017: Jute statt Plastik: ZAK Kempten schafft die grünen Säcke ab

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Der Kemptener Zweckverband für Abfallwirtschaft (ZAK) will die grünen Plastiksäcke abschaffen. Stattdessen sollen die Kunden des ZAK ihren Plastikmüll in Jutesäcken (ähnlich wie Kartoffelsäcke) abliefern. Der ZAK hat damit eine Pilotrolle: Läuft das Beispiel aus Kempten erfolgreich, wollen auch andere kommunale Abfall-Entsorger nachziehen.

Die neuen Säcke sind "wiederverwendbar, biologisch abbaubar und damit umweltschonend", so ZAK-Geschäftsstellenleiter Christian Oberhaus (51). Darüber hinaus sei der Verbraucher durch das offenporige Material der neuen Säcke gezwungen, die Verpackungen zu leeren, zu säubern und zu trocknen, so Oberhaus weiter. Würde man beispielsweise einen Joghurtbecher in den Jutesack werfen, der nicht gesäubert und getrocknet ist, oder die Verpackung des beliebten Herings in Dill-Sahne-Soße mit Fischresten drin, würde der ganze Jutesack innerhalb kurzer Zeit zu stinken beginnen. Das macht man nur einmal, dann hat man’s gelernt, ist Oberhaus überzeugt.

Die Verbraucher . Sobald sich der Jutesack durchgesetzt hat, soll es zukünftig auch eine Möglichkeit geben, die Säcke vor Ort zu entleeren und zur Wiederverwendung wieder mitzunehmen. Einige Verbraucher haben die Säcke im Auftrag des ZAK bereits acht Wochen lang getestet und überwiegend für gut befunden. "Wir hatten fast nur positive Rückmeldungen, sodass wir davon ausgehen, dass auch alle anderen dem Beispiel gerne folgen", ist sich Oberhaus sicher. "Ein paar wird es sicherlich geben, die das stört. Aber das ist dann nicht unser Problem."

Den neuen Mehrwegsack aus Jute gibt es – im Gegensatz zum gewohnten grünen Plastiksack – nicht umsonst. 17,50 Euro soll er kosten. Ein relativ hoher Preis für einen Jutesack, den der ZAK damit rechtfertigt, dass die Jutesäcke aus handgewebtem Material bestehen, das im Allgäu gefertigt wird. "Das sollte es einem schon wert sein, wenn man damit die heimische Wirtschaft unterstützt und gleichzeitig die Umwelt schont,", sagt Oberhaus und hält stolz einen der Säcke in die Kamera. Wer gleich auf Jute umsteigen will, kann die grünen Kunststoffsäcke im Jutesack mitentsorgen.

Seinen Plastikmüll in den gewohnten grünen Säcken abzuliefern, ist momentan noch erlaubt, bis alle grünen Säcke aufgebraucht sind. Das werde in Kürze der Fall sein, ist sich Oberhaus sicher. Was die Jute-Säcke betrifft, wird streng kontrolliert. Einfache Jutesäcke aus dem Baumarkt sind nicht erlaubt. Die Wertstoffhof-Mitarbeiter sollen überwachen, dass lediglich die original ZAK-Säcke verwendet werden. "Alles andere wäre Betrug an unserem Partner, der die Säcke herstellt", sagt Oberhaus. Die Firma habe bereits mehrere neue Mitarbeiter eingestellt, um dem Auftrag gerecht werden zu können, und diese "müssen auch finanziert werden".

Einen gewissen Werbewert sieht der ZAK im Jutesack selbst. So ist sich Oberhaus sicher, dass beim nächstjährigen Fasching etliche Narren einen oder mehrere der ZAK-Jute-Säcke verwenden würden, um sich eine Original Kemptener Müll-Verkleidung zu basteln. "Unsere Jute-Säcke sind allemal hautschonender als so manche Polyester-Verkleidung aus dem Internet", so Oberhaus. Da könne man für 17,50 Euro auch noch jede Menge sparen und selbst gemachte Verkleidungen seien darüber hinaus auch noch besonders originell.

Autor:

Holger Mock aus Kempten

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