Bernbach
«Anwaltskosten zahl ich selber»

«Meine Anwaltskosten zahl ich selber», betonte Jörg-Dietmar Reinelt - eine Ankündigung, die die zahlreichen Besucher der Bürgerversammlung im Bidinger Ortsteil Bernbach mit Applaus honorierten. Er verstehe das Gemeinderatsmitglied «Herr Welz» nicht, so Bidingens Ex-Bürgermeister: «Erst zeigt er mich an, und dann hebt er im Gemeinderat den Finger, wenn es um die Anwaltskosten geht.»

Der Hintergrund von Reinelts Wortmeldung in der Bürgerversammlung: In nicht-öffentlicher Sitzung hatte Bidingens Gemeinderat beschlossen, dass die Kommune die Anwaltskosten für Reinelt sowie den amtierenden Bürgermeister Franz Martin übernimmt. Gegen beide hatte zuvor die Staatsanwaltschaft wegen der fehlerhaften Abwasserabrechnung in Bidingen ermittelt. Die Juristen verwarfen die Betrugsanzeige aber nach langer Prüfung (wir berichteten mehrfach).

Die rund 70 anwesenden Bürger stärkten Reinelt und vor allem Martin den Rücken. «Du warst damals ja erst ein paar Wochen im Amt - also konntest Du doch gar nichts verbrochen haben», wandte sich ein Bürger an Bürgermeister Martin. Warum er und Reinelt überhaupt Anwälte hinzuzogen, wollte ein anderer wissen.

Das Verfahren der Staatsanwaltschaft habe immerhin drei Monate gedauert mit viel Papierkram, mehreren Vernehmungen und sogar Hausdurchsuchungen, antwortete Franz Martin: «So etwas hatte ich noch nie erlebt und wusste ja auch nicht, was auf mich zukommt. Da war ein Rechtsbeistand schon nötig.»

Für Unverständnis sorgte in Bernbach die Tatsache, dass die Räte, die vor allem dem Bürgermeister immer wieder Rechtsverstöße vorwerfen, nicht zur Versammlung gekommen waren. «Es ist feig, dass sie gar nicht hergehen», hieß es. Mehrere Redner würdigten zwar, dass die IG Wasser, der «die Drei» angehörten, die Fehler bei den Abrechnungen aufdeckte. «Das ist positiv. Aber jetzt sollte man Ruhe einkehren lassen und nicht alles blockieren», sagte ein Bürger.

«Ins Abseits manövriert»

In dem Zusammenhang wurde die Forderung laut, dass das Trio im Rat seinen Hut nehmen solle. Ansonsten sei dort wohl kaum konstruktive Arbeit möglich. Dem widersprach Bürgermeister Franz Martin: Zwar hätten sich die drei Räte «geistig ins Abseits manövriert. Aber: Was richtig und gut war, haben wir auch durchgebracht.» Martin äußerte auch die Hoffnung, dass 2010 in Bidingen ein Jahr mit weniger «Turbulenzen» werde, selbst wenn noch nicht alle Wunden verheilt seien.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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