Antworten auf eine ständig älter werdende Gesellschaft

von wilhelm unfried
| Mindelheim/Unterallgäu Nach Berechnungen wird sich der Anteil der über 65-Jährigen im Landkreis und in der Stadt Memmingen bis zum Jahr 2025 auf über 22 Prozent erhöhen. Und im Jahre 2050 werden die Senioren ein Drittel der Bevölkerung stellen. Der Landkreis will dieser Entwicklung Rechnung tragen.

Abteilungsleiterin Dr. Maria Bachmaier kündigte bei der jüngsten Bürgermeister-Dienstbesprechung die Erstellung eines Seniorenkonzeptes an. Es gelte, entsprechende Einrichtungen in Hilfe und Prävention bereitzuhalten. Wie schnell die Alterung der Bevölkerung zunimmt, sieht man anhand der Zahlen. Im Jahre 2000 stellten die über 65-Jährigen bei 133549 Einwohnern 16,3 Prozent der Bevölkerung im Kreis. Im Jahre 2007 waren es bei 135898 Einwohnern schon 19,6 Prozent (siehe Grafik).

In Bayern erhielten Ende des Jahres 2005 fast 303000 Pflegebedürftige Leistungen. Zwei Drittel wurden im häuslichen Bereich gepflegt, der Rest in Heimen betreut (101000).

Im Kreis erhielten am gleichen Stichtag 1732 Leistungen (62 Prozent) aus der Pflegeversicherung für Pflege daheim und 1069 Personen (38 Prozent) waren in Einrichtungen untergebracht. Auf 1000 Bewohner erhalten 21 Bürger Leistungen aus der Pflegeversicherung. Im Bundesdurchschnitt sind es 23.

«Die Pflegewahrscheinlichkeit steigt mit zunehmendem Alter stark an», stellte Dr. Bachmaier weiter fest. Bei der Altersgruppe der 85-Jährigen und Älteren sei fast die Hälfte pflegebedürftig. Allgemein müsse man feststellen, dass Senioren so lange wie möglich zu Hause leben möchten. Wie sieht es mit der Versorgung von Heimplätzen im Unterallgäu aus? Nach Aussage von Bachmaier seien die drei Kreisaltenheime voll ausgelastet. Auch die anderen 17 stationären Einrichtungen im Kreis hätten einen hohen Auslastungsgrad.

Zur Erinnerung: Pflegebedürftige der Pflegestufe erhalten monatlich 1023 Euro, in der Stufe II 1279 Euro und in der Stufe III 1470 Euro. Insgesamt gibt es im Kreis 1267 Pflege- und Rüstigenplätze.

Immer mehr stationäre Pflege

«Aufgrund der Abnahme tragfähiger familiärer Netzwerke wird der stationären Pflege zunehmende Bedeutung zukommen», stellte Bachmaier vor den Bürgermeistern fest, was aber die Sozialsysteme noch mehr belasten werde. Bisher liege der Anteil der Selbstzahler bei 75 Prozent. Aus diesem Grunde gelte «ambulant vor stationär».

Eine Tagespflegestätte gibt es nur noch in Westerheim. Kurzzeitpflege wird in der Kreisklinik Unterallgäu angeboten und bei Bedarf in den anderen Altenpflegeheimen eingestreut. Auf der anderen Seite gebe es 35 ambulante Pflegedienste.

Bürgermeister Bernd Schäfer (Ottobeuren) verwies auf die privaten Pflegedienste, die für ihre Dienstleistungen schlecht entlohnt würden. Das flache Land werde benachteiligt, weil noch Reisekosten anfielen. Es sei zu befürchten, dass das Land für diese Dienste uninteressant werde. Bezirksrat Alfons Weber (Markt Rettenbach) wies auf die Problematik mit den Demenzkranken hin. Er plädierte für altersgerechte Wohngemeinschaften. Josef Kerler (Eppishausen) meinte, man müsse Verständnis für die Alten von Jugend an wecken und sprach sich für ein soziales Jahr aus.

Landrat Hans-Joachim Weirather erinnerte an die Mehrgenerationenhäuser im Kreis, wo dieses Verständnis geweckt werde.

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