Kleinkunst
Anne Klinge gestaltet mit Füßen und Händen Theaterfiguren

'Sprechende Füße' hat Anne Klinge. Bei ihrem Theater werden die Fußsohlen zu Gesichtern. Das 'Klick'-Publikum im Immenstädter Museum Hofmühle war begeistert. Die Darstellerin liegt auf einem Bühnenpodest auf dem Rücken. Mit Perücke oder Hut auf den Zehen, einer umgebundenen Nase (manchmal mit Schnurrbart) und einem auf die Ferse gemalten Mund ist ein Antlitz geschaffen. Um die Hals-Wade kommt ein Kragen mit Kostüm, die Hände erscheinen an der Seite und machen das, was sie sonst auch machen. Wenn man etwas Abstand hat, wirkt das sogar noch besser als aus der Nähe der ersten Reihen.

Ein Zauberer vollführt Tricks (echte und spaßige, etwa den gestreckten Zeigefinger von der linken Hand an die rechte 'zaubern'). Mit zwei Füßen im Einsatz lassen sich sogar Duette meistern. Ein Fischer zieht eine Nixe aus dem Wasser – und will sie in seine Bratpfanne wandern lassen, die dafür aber zu klein ist.

Beziehungsdramen gibt es verschiedenster Sorte: Zu Edith-Piaf-Klängen endet der Anlauf einer Chansonette mit einem windigen Galan dramatisch, mit einem Fußmord. Hausmeister Herbert wird künstlerisch, seine Frau flippt anschließend aus, als ihr Haushalt lebendig wird. Nur geht nix zamm zwischen den beiden, darauf wartete man als Schluss dieser Szene vergebens.

Klinges Stimme kam dazu, als sich Kellner Rudi um sein Schöpfkellen-Baby kümmerte. Das Baby-Geschrei überzeugte. Am Ende macht er göttergleich dem Kleinen sogar eine Mama.

Von traditionellen Wurzeln des Fußtheaters ist nichts bekannt (obwohl man sich hier tolle Schwindel-Stories überlegen könnte, die es mit ostasiatischen Tempeln oder afrikanischen Riten in Verbindung bringen). Da hatte einfach jemand eine tolle Idee und schuf etwas ganz Neues – mit Körperteilen, die sonst ein Schattendasein fristen.

Nächste 'Klick'-Veranstaltung: Die Band 'Get the Cat' präsentiert ihr Programm 'I sing you the Blues' am Freitag, 18. November, um 20 Uhr im Union-Filmtheater Immenstadt.

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