Erneuerbare Energien
Anleger können im Allgäu in erneuerbare Energien investieren

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Viele Allgäuer, die Geld übrig haben, wollen dieses nicht - wie vielleicht vom Finanzberater empfohlen - in chinesischen Märkten anlegen oder in Schiffe investieren, die über die Weltmeere tuckern. In der eigenen Heimat aber gibt es außer dem Kauf von Immobilien so gut wie keine Anlagemöglichkeiten für Jedermann. Der Energieversorger «Allgäuer Überlandwerk» macht Bürgern - alleine und bald auch zusammen mit dem Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten - das Angebot, in alternative Energieprojekte zu investieren.

Millionen günstiger

Die erste - und bisher einzige - Allgäuer Finanzanlage in großem Stil war der Bau eines Müllofens in Kempten in den 90er Jahren. Dem Abfallzweckverband kam das Modell um Millionen günstiger als eine Kreditfinanzierung. Die Anleger profitierten aufgrund der damaligen Steuergesetze. Sie zeichneten in kürzester Zeit 80 Millionen Mark.

Der Zweckverbandsvorsitzende und Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser wollte ähnliche Projekte nachschieben. Der Staat änderte jedoch die Steuergesetze und damit wurde dieses Modell unlukrativ.

Jahrelang wurden fast nur Bürgerbeteiligungsprojekte aufgelegt, bei denen es kaum ums Geldverdienen, sondern um wichtige gesellschaftliche Themen ging: So entstanden in Gemeinden mit schlechter Nahversorgung Dorfläden und einige wenige Seniorenheime.

Erst mit der zunehmenden Bedeutung alternativer Energien und deren staatlicher Förderung wurden wieder Angebote entwickelt, die auch eine Rendite abwerfen: unter anderem Windparks.

Zur Zeit werden 18 Prozent des Allgäuer Strombedarfs durch alternative Energien gedeckt. Das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) will den Anteil in seinem Einzugsgebiet auf 40 Prozent steigern. Der nächste Schritt dazu ist der Bau eines riesigen Solarparks in Kempten. «Wir wollten Anleger schon länger etwas anbieten, jetzt gibt es die Möglichkeit,» erklärt AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke.

Es wird zwei Modelle geben: Bürger können sich über eine Genossenschaft auf Dauer direkt an der Anlage beteiligen oder über so genannte Inhaberschuldverschreibungen beschränkt auf fünf Jahre. Bei der zweiten Variante will das AÜW vermutlich fünf Millionen Euro und damit erheblich mehr einsammeln als für den Solarpark nötig. Der überschüssige Betrag wird in ein weiteres Projekt für alternative Energie gesteckt, «definitv auch direkt im Allgäu», verspricht Lucke. Dies müsse keine Solaranlage, sondern könne auch Windkraft sein.

Je nach Modell gibt es unterschiedlich hohe Zinsen. Details gibt das AÜW in Kürze bekannt.

Auch der Kemptener Abfallzweckverband will - in einer gemeinsamen Firma mit dem AÜW - verstärkt ins Energiegeschäft einsteigen. Verbands-Chef Kaiser schwebt sogar vor, bei neuen Windrädern bis zu 75 Prozent der jeweils etwa drei Millionen Euro teuren Investition Privatanlegern anzubieten.

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