Kaufbeuren
Ankerpunkt im Schulalltag

Einen strukturierten Tagesablauf kennen sie meist nicht. Das Familienleben findet auf wenigen Quadratmetern statt. Ohne Rückzugsraum. Ohne einen sinnvollen Arbeitsplatz. Die Kinder von Asylbewerbern sind im Schulalltag doppelt benachteiligt, denn ihnen fehlen die räumlichen Voraussetzungen für gewissenhaftes Lernen, oft aber auch die Unterstützung der Eltern, die mit ganz anderen Problemen fertig werden müssen. Seit einigen Jahren organisiert der Kaufbeurer Asylkreis deshalb eine regelmäßige Hausaufgabenhilfe, die nun ausgeweitet werden soll. Dafür werden noch Helfer gesucht.

Die Hausaufgabenbetreuung in der sogenannten Gemeinschaftsunterkunft in der Wilhelm-Rappold-Straße, Ecke Otto-Müller-Straße, werde derzeit von acht Kindern in Anspruch genommen, berichtet Elisabeth Herzog vom Asylkreis. «Die Schüler bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit», sagt sie. Darunter seien Grund-, Förder-, Haupt- und Realschüler.

«Allen gemeinsam ist, dass die Kinder in schwierigen Verhältnissen aufwachsen», sagt Elisabeth Herzog. Der Tagesablauf werde vom Familienleben bestimmt, der sich auf engstem Raum abspiele. Oft kommen auch noch Sprachprobleme hinzu, wenngleich die Kinder meist sehr schnell «die Dolmetscher der Familie sind». Den Bedarf einer Hausaufgabenbetreuung hatte der Asylkreis vor acht Jahren schnell erkannt. Seitdem unterstützen Ehrenamtliche die Kinder von Montag bis Donnerstag, jeweils zwei Stunden.

Künftig sollen auch am Freitag die Hausaufgaben betreut werden. Allerdings können derzeit lediglich drei Helfer eingesetzt werden, die auch nicht ständig verfügbar seien. «Das heißt, eine Person ist üblicherweise für acht Kinder da», so Elisabeth Herzog.

Der Asylkreis sucht nun weitere Ehrenamtliche. Dabei gehe es weniger um fachliches Wissen, sondern mehr um die Anleitung zur richtigen Arbeitshaltung, zu Ordnung und Organisation. Um die Motivation müssen sich die Helfer nach Erfahrungen von Elisabeth Herzog meist nicht kümmern: «Die Kinder freuen sich auf die Schule.»

Wer sich beim Asylkreis in der Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder engagieren möchte, kann sich bei Elisabeth Herzog unter Telefon (08341) 871040 melden.

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