Füssen / Hohenschwangau
An Realschule und Gymnasien bleiben Lehrer Mangelware

Der bundesweite Lehrermangel macht auch vor dem Füssener Land nicht Halt: Mehrere Schulen der Region müssen bereits pensionierte Lehrer reaktivieren oder Lehrkräfte fachfremd einsetzen, um halbwegs über die Runden zu kommen.

So bat das Kultusministerium im vergangenen Schuljahr einen Pfarrer, seinen Religionsunterricht am Gymnasium Hogau auch aufs Gymi Füssen auszudehnen. Zudem wurden etliche Pädagogen aus Österrreich angeworben. «Stunden fallen bei uns trotzdem so gut wie keine aus», gibt Peter Däxle, Leiter des Gymnasiums Hohenschwangau, Entwarnung.

30000 Lehrkräfte fehlen

Der Deutsche Philologenverband kritisiert schon seit langem den Lehrermangel an deutschen Schulen. Seinen Schätzungen zufolge fehlen für diesen Herbst mindestens 30000 Lehrkräfte in Deutschland. Besonders betroffen seien auch bayerische Gymnasien.

Hier werden die fehlenden Lehrer schon länger zu großen Teilen durch Aushilfskräfte, die entweder keine Lehrerausbildung haben oder über keine ausreichende Nachqualifizierung verfügen, ersetzt.

«Probleme, die auch im südlichen Ostallgäu bestehen. «Oft werden bereits pensionierte Lehrkräfte wieder reaktiviert oder Lehrer aus dem Ausland geholt, um die Lücken zu schließen», erläutert Direktor Däxle. An seiner Schule fehle es vor allem im Bereich der Naturwissenschaften. «Insgesamt ist es uns trotzdem gut gelungen, genügend Lehrkräfte für das kommende Schuljahr aufzutreiben. Aber es ist einfach sehr aufwändig und mühsam», so Däxle. Er hofft auf eine Besserung im Jahr 2011, wenn eine Jahrgangsstufe bei den Gymnasien wegfällt - denn dadurch würden automatisch weniger Lehrer benötigt.

Auch am Füssener Gymnasium ist man optimistisch, das Problem in den Griff zu bekommen. Schulleiter Wolfgang Fischer sieht hier zwar «Probleme in einzelnen Bereichen, vor allem Biologie und Chemie», wo man Lehrkräfte teils fachfremd einsetzen müsse. Insgesamt jedoch seien die Stundenzahlen durch Lehrer gerade so abgedeckt.

Ein weiteres Problem ergebe sich dadurch, dass man «nicht weiß, ob alle vom Kultusministerium zugeteilten Lehrkräfte auch wirklich kommen werden.» Schließlich sei der Wohnort mancher Pädagogen weit entfernt von Füssen. Dieses Fragezeichen ist momentan das einzige Problem der Realschule Füssen, wie Konrektor Peter Track erklärt. Formell habe das Ministerium der Schule genug Lehrer zugeteilt.

Die Grund- und Hauptschulen im Ostallgäu hingegen müssen sich keine Sorgen machen: Hier gibt es laut der Ostallgäuer Schulrätin Eva Severa-Saile im kommenden Schuljahr keinen Lehrermangel. «Es sind alle Klassen besetzt, wir könnten anfangen», sagt sie. Den Schwerpunkt bei der Stellenbesetzung habe das Schulamt auf kleine Klassen gelegt: «Dadurch brauchen wir aber mehr Lehrer und haben weniger Kräfte für besonderen Unterricht, etwa Schul-AG's», erklärt Severa-Saile.

Klassen mit wenigen Schülern hätten «oberste Priorität», weil hier eine individuellere Förderung der Schüler möglich sei. Von den insgesamt 495 Klassen an Grund- und Hauptschulen im Ostallgäu gebe es beispielsweise nur sechs mit 29 Schülern. Der Klassendurchschnitt liegt laut Schulamtsleiterin bei 22 Schülern.

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