Marktoberdorf / Ostallgäu
An einigen Ostallgäuer Schulen droht Lehrermangel

Nach Schätzungen des Deutschen Philologenverbandes fehlen in Deutschland jetzt schon etwa 25000 Lehrkräfte. Die meisten Schulen im mittleren Landkreis Ostallgäu machen sich aber keine Sorgen um die Besetzung der Klassen für das kommende Schuljahr. Nur am Marktoberdorfer Gymnasium und an der Obergünzburger Realschule könnte es nach Auskunft der Schulleiter Probleme geben.

«Besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern fehlt es an entsprechenden Lehrkräften», sagt Wilhelm Mooser, Direktor des Marktoberdorfer Gymnasiums. Ihm brennt das Problem nach eigener Aussage «unter den Nägeln». Vom Kultusministerium habe man zwar genügend Lehrer zugewiesen bekommen, allerdings mit anderen Fächerverbindungen. Das führt dazu, dass am Gymnasium Lehrer fachfremd eingesetzt werden müssen.

Als Konsequenz muss am Gymnasium auf bestimmte praktische Übungen etwa in Biologie verzichtet werden. Sogar Unterrichtsausfälle kann Mooser nicht ausschließen: «Es kann dazu kommen.» Als einen Grund für das Problem macht Mooser die Nachteile des ländlichen Raums aus: «Es gibt schlicht zu wenig Auswahl an geeigneten Lehrkräften. Das ist in Städten schon anders.»

«Oberste Priorität» für kleine Klassen

Hier setzt auch Hermann Wiedemann an. Der Rektor der Obergünzburger Realschule ist zwar immer noch guter Hoffnung, dass die beantragten Lehrer auch zugeteilt werden. Allerdings seien zurzeit viele Junglehrer nicht bereit, aufs Land zu gehen. «Die Stadtschulen kommen besser weg», meint Wiedemann. Auch an seiner Schule könne es passieren, dass es «in bestimmten naturwissenschaftlichen Fächern zu Problemen kommt». Mitte August werde man erfahren, wie viele Lehrkräfte im neuen Jahr kommen.

Keine Probleme bei der Besetzung der Stunden erwarten die Marktoberdorfer Realschule und die Hauptschule. «Wir sind ziemlich gut versorgt», sagt Lucia Wind, stellvertretende Leiterin der Realschule. Man werde «keine Probleme in keinem Fach» haben, ist Wind sicher.

Auch Leonhard Reichhart, scheidender Rektor der Hauptschule, erwartet eine «gute bis zufriedenstellende» Versorgung.

Dass die Grund- und Hauptschulen im Ostallgäu im kommenden Schuljahr nicht unter Lehrermangel leiden, bestätigt Schulamtsleiterin Eva Severa-Saile. «Es sind alle Klassen besetzt, wir könnten anfangen», sagt sie. Den Schwerpunkt bei der Stellenbesetzung hat das Schulamt auf kleine Klassen gelegt: «Dadurch brauchen wir aber mehr Lehrer und haben deshalb weniger Kräfte für den besonderen Unterricht, wie beispielsweise Schul-AGs, zur Verfügung», erklärt Severa-Saile.

Die Schulrätin räumt Klassen mit wenigen Schülern «oberste Priorität» ein, da hier eine individuellere Förderung der Schüler möglich sei. Von den insgesamt 495 Klassen an Grund- und Hauptschulen im Ostallgäu gibt es nur sechs mit 29 Schülern. Der Klassendurchschnitt liegt laut Schulamtsleiterin bei 22 Schülern.

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