Bau
An der alten B 19 bei Weiberg haben Anlieger kaum Chancen auf staatliche Abhilfe

Nur wenig Chancen auf Lärmschutzmaßnahmen haben Anwohner der viel befahrenen B19 bei Weiberg jetzt durch den Bau eines Radwegs und die Sanierung des Straßenbelags zwischen Kempten und Hegge. Grundlage für vorbeugende oder nachträgliche Maßnahmen ist in jedem Fall das Immisssionsschutzgesetz.

Manchen Einwohner aus Weiberg ärgert es beispielsweise, dass die seit Jahrzehnten gewachsene << Lärmschutzhecke >> großteils wegen der Bauarbeiten gerodet werden muss. Rechtlich ist dagegen wohl nichts zu machen. Thomas Hanrieder vom Staatlichen Bauamt: << Solch eine Bepflanzung ist nachweislich nicht geeignet, um Lärm zu reduzieren. >>

Auch stelle der Bau eines Radweges keine wesentliche Änderung der Straße dar. Deshalb sei das Staatliche Bauamt nicht in der Pflicht, dort zur Lärmvorsorge etwas zu unternehmen. Das Bauamt agiere aber von sich aus, lässt demnächst einen Lärm mindernden Straßenbelag aufbringen.

Welche Möglichkeiten hat der Bürger darüber hinaus, sich vor Straßenlärm zu schützen? Durch eine Lärmsanierung, beispielsweise den Einbau neuer Fenster. Wenn der Straßenlärm bestimmte Werte übersteigt (tagsüber ca. 70 Dezibel, nachts mehr als 60), finanziere der Staat sogar den Großteil solcher Baumaßnahmen, sagt Hanrieder und verweist wiederum auf das Bundesimmissionsschutzgesetz.

Wie laut es denn nun aber an der B19 in Weiberg tatsächlich ist, weiß er nicht. Um verlässliche Werte (die ausschließlich den Straßenlärm betreffen) zu bekommen, werde auf Antrag eine Lärmanalyse am Computer erstellt. Seines Wissens nach habe bislang aber niemand aus Weiberg solch einen Antrag gestellt. Solch eine Analyse sei sehr aufwendig.

<< Und meiner Erfahrung nach kommt leider in den seltensten Fällen etwas dabei heraus, >> sagt Hanrieder, mitverantwortlich für 1150 Kilometer Bundes- und Staatsstraßen in der Region.

Schutzwälle bei Oberdorf

Wenn allerdings der Bund von sich aus neu baut und Gemeinden durchschneidet (wie jüngst bei der B 19 neu), sorgt er heutzutage auch für gute Lärmvorsorge. Hohe Wälle und Schutzwände mindern beispielsweise den Lärm im Waltenhofener Ortsteil Oberdorf. << Da wurde einiges investiert. >> Schließlich gehe es dabei um einen Neubau, da sei das Staatliche Bauamt in der Pflicht.

Beim Neubau der B 19 sorgte der Bund (staatliches Bauamt) bei Oberdorf für einen guten Schutz mit Wällen und Wänden. An der alten B 19 bei Weiberg haben die Anlieger hingegen kaum Chancen auf staatliche Maßnahmen zur Lärmminderung.

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